NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK.

Der Trog, aus dem die Schweine fressen, ist immer der Gleiche.

Es sind nur die Schweine, die sich ändern.

 

   

 

 

Wie war das denn damals in der Schule ................. ?

Ich kam ich zu Tante und Onkel aufs Land. Tante meinte immer, die Städter seien alle zu mager. Sie hatte selber keine Kinder und fütterte mich immer mit guten Produkten des Landlebens. - Von wegen "heute frische Magermilch", wie der Milchbauer in Essen unter lautem Gebimmele auf der Strasse rief. Mit Pferd und Wagen kam er zu den grossen Wohnsiedlungen, um seine Milch anzupreisen!


Die Leute kamen mit ihren Milchkannen angelaufen, worin der Händler dann mit einem Becher die Milchmenge abfüllte und in die Kanne gab! -


Anders geschah es mir, bei Tante und Onkel. - Direkt nach dem Melken ging mal in den Kuhstall und füllte sich seine Ration ab, ohne dass sie vorbehandelt wurde! Kam ich nach Essen, "meckerte" ich wegen der Wassermilch. Ich wollte sie nicht. - Mutter meinte, ich sei zu verwöhnt!! - Na ja!!


Mit sechs Jahren musste ich nach Essen zurück, weil ich eingeschult wurde. - Ich erinnere mich noch genau an den Tag - weil der ja wirklich etwas Besonderes war. Es gab eine Schultüte. Wenn sie auch gross war, der untere Teil war mit Papier ausgestopft. Woher sollten die Eltern auch gross was haben?

Ja, Vater arbeitete schon, aber zu der Zeit war ja soviel aufzufrischen, dass es für relativ teure Süssigkeiten nicht im Übermass reichte. Es war aber was drin und nur das war wichtig! Man sprach nicht einmal über den Inhalt, nur voller Stolz über die Tüte.
Ach je, das Bild zeigt noch 2 Kinder, die Läuse hatten, deren Haare man abschnitt und die immer eine Mütze auf dem Kopf trugen. Sie waren gebrandmarkt. Die Eltern liessen uns auch nicht mit diesen Kindern spielen. Wir wurden stets gewarnt.
Ich trug auf dem Foto des 1. Schultages hohe Schnürschuhe. - Jahrelang hatte Vater für uns Kinder aus alten Autoreifen, mit Nieten versehen, Sandalen selber gemacht. Und dann sollte ich doch endlich mal vernünftige Schuhe haben! - Dazu weisse Kniestrümpfe, mit seitlichen Bömmelchen. Mädchen mussten zu der Zeit meistens eine Schürze tragen! Die schonte das Kleid. - Die Haare waren zu zünftigen Zöpfen gebunden!


Die Schule war ein sehr altes Gebäude, welches wir uns mit den evangelischen Kindern teilen mussten. Die kath. Schule war noch nicht wieder hergestellt, nachdem sie von einer Bombe beschädigt wurde. - Es ging immer im Wechsel. Mal mussten die Katholiken vormittags in die Schule, die Protestanten dann ab mittags und umgekehrt!
Natürlich wurden von Beginn an die Feindschaften zwischen den Konfessionen gepflegt!! Es ergab sich schon durch das Aufteilen der Kinder, obwohl wir daheim mit ihnen spielten, sofern sie bei uns in der Nähe wohnten!

Das sehr grosse Klassenzimmer bestand aus alten Pulten, die noch Tintenfässer beinhalteten. Dazu gab es Rillen, wo wir unsere Griffel ablegen konnten. Mehr brauchte man im ersten Schuljahr nicht. - Jeder bekam noch eine Fibel und ein Rechenbuch, was wir sorgsam behandeln mussten, weil es an die nächsten Schüler weitergegeben wurde. - Der Lehrer lief immer mit einem Zeichenstock in der Hand umher und wer auch immer unaufmerksam war, bekam ihn zu spüren!
Beinahe hätte ich vergessen, dass jeden Tag die Hände und die Fingernägel kontrolliert wurden. Wenn die nicht ordentlich waren, haute der Lehrer auf die Finger!
Quatschen, Widerworte geben, unaufmerksam sein und der Stock kam ins Geschehen!
Ich hatte ja keine Probleme in der Schule, weil ich schon komplett lesen konnte, als ich eingeschult wurde. Natürlich habe ich auch alles nachgeschrieben, was von meiner Schwester stammte, die ja 6 Jahre älter als ich war. - Aber die hatte teilweise arge Probleme.  Sie musste viel aufholen und üben, weshalb ich da vermutlich von profitierte.
Mir fiel noch ein, dass wir immer einen "Henkelmann" mitbringen mussten. Darin wurde in der Pause so ein salziger Kakao ausgeteilt. - Von Zeit zu Zeit mussten wir auch Lebertran schlucken! - Das war mein erstes Schuljahr!
Vater hatte  seinen Unfall und lag im Krankenhaus, mit seinen gebrochenen Knochen. Da lagen zehn Patienten in einem Raum und es vor dem Krankenhaus gab es eine Armenspeisung! Es standen Leute mit ihren Henkelmännern herum, um sich eine Armensuppe abzuholen!


Übrigens musste man zum Krankenhaus eine Stunde laufen, um Vater zu besuchen. Es gab keine Busverbindung nach dort. Hätte man sich auch vermutlich nicht leisten können. - Es wurde finanziell wohl ziemlich eng, mit dem Krankengeld auch auszukommen. Die Summe habe ich mir sehr gut gemerkt, weil ich mir später nicht vorstellen konnte, wie davon 4 Personen leben und noch die Miete davon bezahlt werden sollte!


Ich musste wieder zu Tante und Onkel und ging dort auch zur Schule. Eigentlich wollte ich auch dort nicht weg. Das betrachtete ich als mein richtiges Zuhause. Hier blieb ich fast bis zum 11. Lebensjahr. - Dann musste ich wieder nach Essen, weil ich angeblich auf dem Lande nicht so viel lernte! -
Für meine Kommunionfeier musste ich zuvor auch in Essen antreten, wie auch in meinen Ferien, immer hin und her! -
Für die Jahre ab dem 2. Schuljahr, bei Tante und Onkel, habe ich überhaupt nicht viel in Erinnerung, ausser, dass es sehr schöne Jahre waren. Ich hatte einen sehr weiten Schulweg, durch die freie Natur, war immer alleine unterwegs, hatte keine Schulkameraden, weil Tante und Onkel ganz einsam an einem Stausee wohnten. Weit und breit war nichts! Ich habe allerdings auch nie etwas vermisst. Es gab so tolle Dinge, mit denen ich mich beschäftigen konnte, ohne jetzt weiter auf dieses Thema einzugehen.


Ich musste dann endgültig wieder nach Essen zurück. - Natürlich kannte ich viele Kinder, von meinen Besuchen und den Ferien her, aber so eine echte Freundschaft entwickelte sich zu keiner Schulkollegin! - War doch klar. Immer, wenn es meinen Eltern schlecht ging, musste ich weg! -


Nun wieder zur Schule. Ich hatte keine Probleme, war jedoch ständig unterfordert im Unterricht! - Der Rektor unterrichtete mich, spielte auch noch mit meinem Vater gemeinsam Schach, in einem Verein! Er kam auch oft zu uns und spielte die eine oder andere Partie mit meinem Vater. - Ja, ich lauschte oft, was der wohl meinem Vater alles erzählte. - Er drängte ihn auf einen Schulwechsel, sollte mich in einem Gymnasium unterbringen. - Ich langweilte mich in der Schule! - Nein - Vater wollte nicht, weil man ja auch die Bücher dafür bezahlen müsste.

"Und Mädchen heiraten ja sowieso, die brauchen keine Bildung!" - Das war noch das alte Klischee. Der Ehemann hatte ja für den Unterhalt der Familie zu sorgen und gebildete Frauen waren zu der Zeit noch gar nicht willkommen! - Die sollten Kinder bekommen und ihren Mann zufrieden stellen. - So dachte man damals, nicht nur mein Vater! -

Davon ab, ging nur ein Junge von unserer Schule auf ein Gymnasium. Alle anderen blieben auf dieser Schule, die übrigens inzwischen fertig gestellt war! -
Mit 12 Jahren war ich 1,72 m gross, war grösser, als der schmächtige Lehrer und grösser, als die Jungen meiner Klasse! - Übrigens durfte man mit Jungen damals nicht mal reden! - "Das schickt sich nicht", war die ständige Erklärung für alles! -

Ich war im Unterricht unterfordert, erhielt immer extra Aufgaben bei allen Klassenarbeiten, die die Schüler von Gymnasien bekamen! - Ja, ich langweilte mich und begann, Unsinn und Streiche auszuhecken.


Vorrangig ärgerte ich eine hässliche Handarbeits-, Koch-  und Turnlehrerin. Alle Jubeljahre hatten wir einmal Sport. Aber immer, wenn es ans Sportfest ging, sollten wir Leistungen bringen, damit die Lehrer sich schmücken konnten! - Insgeheim spekulierte ich auch darauf, dass mir der Rektor alles ausbügelte, weil er ja mit Vater Schach spielte. -

Ich tat, was ich konnte, um diese komische Lehrerin zu ärgern! - Diese Frau forderte mich ständig heraus! Natürlich verprügelte sie mich immer. Dieser kleine Zwerg konnte mir nicht mal weh tun. - Ich befand mich wohl mitten in der Pupertät, in der Zeit, wo alle Erwachsenen blöde sind! - Über so etwas sprach früher kein Mensch. Man hatte einfach zu funktionieren.
Zum Kochen mussten wir immer in eine andere Schule gehen. - Zuvor bekamen wir immer eine Mitteilung, was wir mitzubringen hätten. - Also, Christel = 3 Eier und 25 Pfennig, Maria 1 Fl. Öl, Josefine 1 kg Mehl und 15 Pfennig usw. - Von den zusammengetragenen Geld wurde Fleisch gekauft, usw. - Das Kuriosum war, dass wir das, was wir kochten, nicht essen durften. - Das nahm die alte Schrulle mit ins Lehrerkollegium. Sie wärmten es sich dort auf! Wir hätten auch mal gerne ein Stückchen Fleisch zu essen bekommen. - Ich schwor Rache!


In der Adventszeit sollten wir zuerst Stutenmänner für die Lehrer backen, später Plätzchen, wovon wir nichts zum Probieren bekamen.  - Das wollte ich ihr versalzen!
Ich wusste ja um die Hefe und wie man damit umgehen musste. Wir hatten sie daheim selber gezüchtet. Ein Glas Wasser mit Hefe und etwas Zucker an einen warmen Ort stellen und die Hefekulturen vermehren sich sehr schnell. Unten sass dann immer die Hefe, die wir zum Backen benötigten. - Hitze liess die Hefezellen sofort abtöten.


Also, wir erstellten in der Kochschule vorschriftsmässig den Hefeteig. Sie gab dazu auch noch den Takt an, wie wir ihn zu kneten hätten. Er kam in den Backofen, auf 30 Grad, zum "Gehen". Dann kam er wieder heraus, wurde wieder geknetet und geschlagen. Dann formten wir einen kleinen Ball für den Kopf, einen etwas grösseren für den Leib und Beine und Arme, wie kleine Würste. Den Kopf und den Leib drückten wir platt. Und wieder kamen die Bleche in den Ofen, wiederum auf 30 Grad zum Gehen. Zwischendurch sollten wir dann Fenster putzen oder sonst was machen.Wir hatten unsere Anweisungen.

Keiner bemerkte mich, als ich hinging und alle Öfen auf 250° stellte. - Die Stutenmänner waren anschliessend nicht mehr zu gebrauchen, waren steinhart! - Die konnte sie den Lehrern nicht mehr präsentieren!


In der kommenden Woche mussten wir den Hefeteig erneut "üben". Ich war nicht aufgefallen und keiner hatte es gemacht! -
Sie bewachte unser Tun mit Argusaugen und ging mit einem Tamborin zwischen uns 25 Schülerinnen auf und ab, kopfte den Takt "und Schwung und weg". Also, wir sollten den Klumpen Teig anheben und mit einem Schwung wieder auf den Tisch bringen! - Ich tat das auch, war allerdings recht übermütig dabei. Immer, wenn sie etwas weiter weg war, warf ich meinen Teig in die Höhe und fing ihn wieder auf. -

Auf einmal passierte es. Mein Teig hing unter der Decke und kam nicht mehr herunter. - Ich guckte dumm aus der Wäsche und meine Schulkolleginnen kicherten. Die Hexe kam, um zu schauen, was sich da tat. -
In dem Augenblick hatte sich mein Teigklumpen von der Decke gelöst und knallte mit voller Wucht auf den Tisch!
- Ich bekam Prügel von ihr und ersann erneute Rache. - Allerdings wollte sie das Verhalten dem Rektor melden und meine Betragenzensur sollte sich nachteilig im Zeugnis auswirken!
Ja, ich musste am nächsten Tag zum Rektor ins Lehrerzimmer kommen. - Er befragte mich sehr streng, warum ich den Unsinn bei ihr immer machte. Nun, ich sagte, warum ich das tat. - Selbst meine Eltern regten sich schon auf, was man immer alles dahin zum Kochen mitbringen müsste. Wenn man das wenigstens selbst essen dürfte! - Der Rektor zeigte Verständnis für mich, bekniete mich allerdings, mit ihr auszukommen. -
Ich erreichte, dass wir von nun an das Selbstgekochte auch selber essen durften!!! - Es kam noch ein paarmal zu Konflikten mit der blöden Lehrerin, wie, als ich mit einigen anderen Schülerinnen Rum aus dem Vorratsschrank trank, den wir für das Weihnachtsgebäck dort stehen hatten. Die Fahne verriet uns!


Einmal wollte ich nicht vorbeten, hatte mir schon heimlich den Mund vollgestopft.
Die Lehrerin suchte sich vor dem Essen immer einen Platz aus, an dem sie essen wollte. Wir kochten ja immer zu vier Mädchen. Ausgerechnet, als ich meinen Mund voll hatte, setzte sie sich genau mir gegenüber und verlangte von mir, dass ich vorbeten sollte. Sie schaute mich unentwegt an.

Meine Schulkameradinnen grinsten und ärgerten mich heimlich. - In dem Augenblick konnte ich das Lachen nicht mehr aufhalten und mein Mundinhalt ergoss sich richtig mit Schwung im Gesicht der Lehrerin! - Meine Güte, den Anblick habe ich nicht mehr vergessen! - Das hätte nur Spinat sein müssen! Das wäre die Krönung gewesen!

Dafür hatte die komische Frau aber bei der Handarbeit an mir Freude und nie einen Grund zur Beantstandung. - Auch das hatte ich jahrelang von meiner Schwester gelernt, die zwei verkehrte Hände für Handarbeiten aufzeigte. Meine Mutter vollendete meistens die Werke meiner Schwester und erklärte und erklärte. Ja, bei mir blieb das schon früh hängen. - Ich profitierte dadurch!

Als es dann ans letzte Schuljahr ging, wurden wir ja schon in der Schule quasi vermittelt. - Ich landete bei einer Krankenversicherung, was mir sehr viel Freude bereitete! - Das Thema war ja die Schulzeit! - Dann folgten noch drei Jahre Berufsschule, 2 x die Woche. Nach der Schule mussten wir wieder in die Firma! -

Es wäre vielleicht noch wichtig, zu erwähnen, dass Mädchen nicht in "Raumlehre" unterrichtet wurden. Das war den Jungen vorbehalten. Mädchen wurden auf ihre Rolle als Hausfrau vorbereitet. - Im Geschichtsunterricht wurden die beiden Weltkriege nicht erwähnt und kein Wort über die Juden. Dafür lernten wir vom französichem Absolutismus, von Karl dem Grossen und sonstiger uralten Geschichte. Nichts aus der Neuzeit! - Das war TABU!

 

 

 

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