NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK.

Der Trog, aus dem die Schweine fressen, ist immer der Gleiche.

Es sind nur die Schweine, die sich ändern.

 

   

Wie funktionierte das Leben damals quasi ohne Strom?

 

Bei mir spriesst immer gleich die Fantasie, wenn uns die Oberwichtigen erzählen, dass wir Energie sparen müssen! Wer da noch nicht auf der Welt war, dem möchte ich es erklären, wie ich meine Kindheit verbrachte. -
Wir hatten in jedem Raum eine 15 - Watt - Glühbirne, die allerdings nicht ständig in Betrieb war, nur in Augenblicken, wo Not an Mann war. Ich weiss nicht, wieviel man damals für einen Kilowattverbrauch zahlte. Man sparte jedenfalls damit. Also, 1 KW - Kilowatt - hat 1.000 Watt. Eine Glühbirne hätte praktisch über 66 Std. brennen dürfen, um einen Kilowatt zu verbrauchen! - Das war so gut wie nichts! Andere elektrische Geräte, ausser einem Radio, hatten wir zu der Zeit nicht.

Das Radio wurde evtl. mal sonntags angestellt und nur für bestimmte Sendungen. Läufer und Teppiche wurden 1 x in der Woche draussen ausgeschlagen. Wer etwas schmutzig machte, bekam erst einmal von der Hausfrau eine Ohrfeige. - Das Gleiche galt auch für das Beschmutzen der Kleidung. Ich trug oft solche weissen, selbstgestrickten Baumwoll - Kniestrümpfe mit 2 Bömmelchen an jeder Seite, mit feinem Lochmuster versehen. Und wehe, man trat mal in eine Wasserpfütze. Dann drohten schon Sanktionen, weil Mutter ja nur alle 4 Wochen einmal Wäschetag hatte. Natürlich gab es keine elektrische Waschmaschine, aber wir hatten schon einen Wassermotor zum Waschen! Aber ich will mal kurz erklären, wie solch ein Wäschetag funktionierte. - Sonntags wurde die Wäsche in einem grossen Bottich eingeweicht. In der Nacht zum Montag, so 3 Uhr in der Früh, zündete Vater den Ofen an, um die Wäsche zum Kochen zu bringen. Während dann die ganze Waschküche voller Nebel war, holte meine Mutter die Kochwäsche mit einem Holzprügel aus dem Bottich und steckte die Teile in diese Waschmaschine! Es kam noch Wasser hinein, der Deckel wurde geschlossen und dann wurde der Wasserhahn weit aufgedreht! Das geschah mittels eines Schlauches vom Wasserhahn zu diesem Motor der Maschine. Durch den Wasserdruck wurde das Drehkreuz in dieser Maschine hin und her geschlagen, die Wäsche bewegt, so etwa eine halbe Stunde, je nach Wäscheart. - War dieser Akt beendet, kam die Wäsche in einen Wringer. Das Teil wurde zwischen 2 Walzen eingefügt und durch ständiges Drehen eines Griffes wurde das Wasser herausgepresst. Das musste ja noch für die nächste Wäsche verwendet werden. Danach kam die Wäsche in einen grossen Betonbottich, wo sie unter Hinzunahme von viel Wasser immer wieder neu gespült wurde, bis alle Seifenrückstände heraus waren! - Und die Sachen, die nicht richtig weiss waren, die noch Flecken aufwiesen, die kamen auf die Bleiche, ein Wäscheplatz, der aus Wiese bestand. Dort legten wir die Teile einzeln hin, wendeten sie später immer wieder und begossen sie gleichzeitig wieder erneut mit Wasser, falls sie trocken geworden waren! -

War diese Zeremonie vorüber, die andere Wäsche, die nicht gekocht wurde, auch sauber und gespült, dann holten wir die Wäsche von der Bleiche. Sie wurde erneut gespült und gespült und gelangte dann wieder in den Wringer, wonach die Wäsche dann endgültig auf die Leine kam zum Trocknen! Das Bleichen von der Sonne brachte wirklich was und so mancher Fleck verschwand auch!


Fleckenmittel gab es ja noch nicht und ob die Waschmittel mit den heutigen vergleichbar waren, entzieht sich meiner Kenntnis. - Ich vergass jetzt noch das Erwähnen von Wäscheteilen, die gestärkt wurden. Das war die Tisch- und die Bettwäsche, so wie die vielen niedlichen Zierdeckchen, die die Mütter meist selber gefertigt hatten.
Nicht zu vergessen, die Pflege der Gardinen, die ebenfalls aus einem Baumwollmaterial waren. Die konnten nicht nach dem Trocken und Bügel vor ein Fenster gehängt werden. - Meine Mutter spannte die Gardinen immer, wie auch die kleinen Deckchen. Sie kamen auf eine Wolldecke und mittels Stecknadeln spannte man die feuchten und gestärkten Teile, so dass die Spitzen dann gleichmässig gestreckt wurden!


War diese Wäsche dann irgendwann trocken, musste sie gebügelt werden. Pflegeleichte Wäschestücke gab es noch nicht. Ich glaube, dass alles aus Baumwolle oder Leinen bestand. Aber bevor es ans Bügeln ging, musste die Wäsche zuvor passend eingefeuchtet, mit Wasser bespritzt und eingerollt werden, damit sich die Feuchtigkeit überall gleichmässig verteilte.


Auch das Bügeleisen gab es zuerst nicht elektrisch. Grosse Teile kamen in die Mangel, wie die Bettwäsche oder Tischtücher. Jedes andere Teil wurde handgebügelt, auch Unterwäsche und jedes Taschentuch, was benötigt wurde. Unsere Mütter gingen da sehr sorgfältig mit ihrer Wäsche um und der Stolz jeder Hausfrau war auch das Stapeln von Wäsche im Schrank.


Der Ofen wurde zu dem Zweck angeheizt, auch im Sommer. Zwei schwere Eisen wurden darauf erhitzt, mit denen man im Wechsel bügelte. Dazu gab es einen Holzgriff für das Eisen, was man vor dem Benutzen einfügen konnte. Dieses wurde so gehandhabt, damit der Holzgriff von der Ofenhitze nicht beschädigt wurde! - Und es war ein ständiges Ausbalancieren, damit man nicht die Wäsche versengte.

Man hatte ein altes und feuchtes Tuch zum Ausprobieren neben sich liegen. Es waren halt Erfahrungswerte, ob man es jetzt riskieren konnte, mit dem Bügeln zu beginnen. War das Eisen zu heiss, hatte man ratzfatz eine braune Stelle auf dem Wäschestück und es war verdorben. War es nicht heiss genug, wurde das Teil nicht glatt! Es gab ja nicht viel Ersatz im Haushalt.
Ich weiss jedenfalls, dass wir innerhalb von 4 Wochen, wenn wir mal wieder für 3 Tage Wäschewoche hatten, nichts mehr zum Wechseln besassen. Da war alles im Gebrauch und wir schliefen oft genug ohne Bett- und Kopfkissenbezüge, wenn im Winter die Wäsche nicht trocknen wollte!

Allerdings war das schon jede Menge Komfort, den wir hatten. - Eine Waschmaschine mit Wassermotor und einem Wringer, den die Bergwerksgesellschaft jedem Mieter zur Verfügung stellte. - Selbstverständlich gab es auch noch das Waschbrett, worauf man z. B. bunte Wäsche, wie auch Vaters Arbeitsklamotten nachrubbeln musste. - Zu der Zeit wuschen sehr viele Leute ihre Wäsche noch in den Flüssen. Es führten immer einige Stufen zu dem Gewässer, wo die Frauen ihre Arbeit verrichteten. Nun, die hatten aber bestimmt keine 3 Tage Wäschewoche innerhalb von vier Wochen. Diese Mengen hätten die wohl schlecht auf einmal tragen können.
Welche Gewichte das alleine waren, wenn wir die Wäsche von der Waschküche im Keller, bis oben auf den Trockenboden im Winter tragen mussten! Im Sommer ging es dann nach draussen. Ständig sass man auf der Lauer, damit es nicht regnete, bzw die trockenen Teile schnell abnehmen konnte!

Heute wird bei jeder Kleinigkeit von Stress geredet.

 

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