NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK.

Der Trog, aus dem die Schweine fressen, ist immer der Gleiche.

Es sind nur die Schweine, die sich ändern.

 

   

 

 

 

Ganz viel aus meinem Hundeleben

Fuer alle, die mich noch nicht kennen, moechte ich mich vorstellen:

 


Ich bin der Jacky, stolze 17 Jahre alt, ein Jack Russel Ruede und fuer meine Jahre, auch noch einigermassen fit. Wie doch die Zeit vergeht! Nun habe ich beschlossen, dass auch ich meine Memoiren schreiben lasse.
Es in Mode gekommen, dass jeder, der von sich glaubt, eine wichtige Persoenlichkeit zu sein, sein Leben, aus seiner Sicht darstellt.

 


Ich habe zwar schon graue Haare an der Schnauze, bin aber sonst doch noch ein recht respektabeler Geselle, der viel aus seinem Hundeleben berichten kann und ich denke, ich ich mich nicht in den Schatten anderer Persoenlichkeiten stellen muss. Die Leser moegen selber entscheiden, ob ein gemeinsames Essen unseres frueheren Kanzlers Schroeder mit dem russischen Praesidenten Putin ein wichtigeres Ereignis war, als die Tatsache, dass ich auf einmal 3 Maeuse gekillt habe. Das nur mal so als Vergleich erwaehnend.Der ehemalige Kanzler koennte das nicht, was ich vollbracht habe, ich haette aber besser regiert, was ich spaeter noch anfuehren moechte. Ich lebe mit meinem auch schon aelteren Frauchen alleine. Das Herrchen starb vor einigen Jahren, worauf ich Frauchen immer schoen zu troesten vermochte. Immer gelang es mir leider nicht, ihr stets ein braver Hund zu sein, obwohl ich mich bemuehte. Dabei geschehen dann auch mal Dinge, die nicht beabsichtigt sind, worueber sich Frauchen aergert. Doch zum Glueck verzeiht sie mir schnell wieder.

 


Andere Hunde mag ich nicht unbedingt, ausser meine Freundin Cleo, mit der ich aufgewachsen bin. Nun moechte ich aber mit meinen Erlebnissen beginnen, was bestimmt auch fuer die Menschen aufschlussreich ist.

 


Also, einmal fuhr mein Frauchen fuer 2 Wochen in die Schweiz, in den Urlaub, wo sie mich leider nicht mitnehmen konnte. Sie brachte mich zu meinem Ersatzherrchen auf einem Bauernhof unter. Die Gegend war mir nicht fremd, weil das mein frueheres Zuhause war. Cleo wohnte auch dort und man konnte sehr viel unternehmen. Langeweile kam dort nie auf. Cleo ist eine liebe Hundedame, nur leider viel zu gross fuer mich. Sie bermerkt ja nicht einmal, was sie mit ihren grossen Pfoten bei mir so alles anrichten kann. Ich bin zwar viel kleiner als sie, kann mich trotzdem sehr gut gegen sie wehren. Welcher Hundemann kann denn schon ertragen, wenn ihm eine Huendin koerperlich ueberlegen ist? Ich glaube, dass das bei den Menschen genau so laeuft. Aber wir beide waren uns immer einig, wenn wir auf Maeusejagd gehen konnten. Das war immer ein Gaudi. Cleo konnte ganz fantastische riesige Loecher auf der Weide buddeln, wenn wir einer Spur nachgingen. Traf sie auf Baumwurzeln, dann biss sie die einfach durch und weiter gings. Das war schon stark, solch ein Kraftpaket an seiner Seite zu wissen. Solche Zaehne muesste man haben! Ich liess ihr ja auch den Vortritt, weil sie viel schneller buddeln konnte, als ich.

 


Manchmal ging sie mir aber auch auf die Nerven, wenn sie auch noch mit mir spielen wollte. Fuer solche Albernheiten bin ich ja wirklich nicht mehr zu haben. Knurrte ich, fletschte die Zaehne, kapierte sie das und hoerte auch damit auf. Die bloeden Spiele, wie Stoeckchen-holen, die machte Cleo gerne mit den Menschen. Die koennten ihr pausenlos einen Stock wegwerfen. Sie holte ihn immer wieder. Hatten die Menschen keine Lust mehr, dann stellte sie sich hin und bellte, womit sie ausdruecken wollte: Mach weiter! Ich dachte nur so bei mir: Das Maedchen muss auch irgendwann Federn lassen und wird dann auch ruhiger. Ich erlebte schon, dass sie ganze Aeste anschleppte, wenn sie spielen wollte. Bei aller Freundschaft, da suche ich mir lieber eine lohnendere Freizeitbeschaeftigung aus. Doch wir haben auch eine Menge an gemeinsamen Interessen. Ging es darum, eine Katze zu jagen, war ich immer mit von der Partie. Unter uns gesagt, haben wir ja noch nie eine packen koennen, aber wir duldeten auch keine in unserem Revier. Es sind Feiglinge, denn die meisten rennen nicht nur weg, sie klettern auch  noch auf die Baeume, so dass wir Hunde nur noch zuschauen koennen. Vielleicht aergert uns das auch an den Katzen so sehr. Ich habe zwar schon davon gehoert, dass sich manche Hunde mit Katzen vertragen, doch bei Cleo und mir ist das ausgeschlossen.

 


Kam mal Langeweile auf, dann scheuchten wir auch schon mal die Pferde auf der Weide durcheinander. Die rannten ja sofort los, wenn wir auch nur bellend ankamen. Man musste nur hoellisch aufpassen, dass sie nicht nach hinten austraten. Cleo wurde leider schon mal getroffen und hatte ihr Bein gebrochen. Ich reagierte da stets cleverer und hielt immer reichlichen Abstand. Mir reichte es eigentlich schon, wenn die Pferde vor mir davonrannten. Ueberigens machte es auch maechtig Spass, wenn unser Herrchen in den Huehnerstall ging.

 

Ueberall waren dort Maeuse. Ich stritt meistens mit Cleo, wer zuerst durch die Tuer gehen durfte. Sie schob mich oft richtig an die Seite, mit ihrem Gewicht, was ich ziemlich unfair fand. Doch als kleinerer Hund habe ich auch so meine Vorteile. Ich kam in jede Ecke, Cleo nicht! Ausserdem konnte ich besser springen. Keine Maus war vor mir sicher. Und ueber meine Schnelligkeit staunten selbst die Menschen. Zum Gluck zaehlten wir Hunde unsere Beute nicht. Ab und zu ueberliess ich Cleo auch mal eine Maus. Dann hatte sie auch ihr Erfolgserlebnis. Einmal sprang ich in eine Futterkiste. Da labten sich gleich 3 Maeuse drin. Das war ein dreifacher Erfolg. Die gab es nun nicht mehr.  Hoert sich vielleicht etwas grausam an, aber schliesslich gehoert man zu der Rasse der Jagdhunde. Nochmal zu den Maeusen: Komisch, dass die Menschen so etwas nicht riechen koennen. Wozu die wohl ihre Nasen haben? Aber da ich gerade ueber die Menschen rede, so muss ich sagen, dass sie fuer mich ein Raetsel bleiben. Alleine diese komplizierte Sprache! Was die so alles reden und dann meinen sie auch noch, dass wir Hunde das alles verstehen koennen, was sie sagen. Unter uns gesagt, verstehen wir schon sehr viel. Doch oft ist es besser, wenn man sich dumm stellt. Unter uns Hunden haben wir das wesentlich einfacher geregelt. Egal, in welchem Land wir sind und welche Sprache dort gesprochen wird, unser Knurren und Bellen versteht jeder Hund. Auch die Menschen koennen damit etwas anfangen. Wenn es notwendig ist, straeuben wir auch schon mal unser Fell. Meist reicht es dann auch schon. So einfach ist eine Verstaendigung! Wenn man es richtig ueberlegt, sollten die Menschen das mal von uns Hunden uebernehmen. Ist bestimmt nur etwas Uebung noetig! Ich bitte darum, aber nicht die Hunde zu beruecksichtigen, die immer bellen. Die kann man ja ohnehin nicht fuer voll nehmen, weil sie dumm sind. Sie sind eine Schande fuer die Hundewelt. Doch bei den Menschen gibt es ja auch die schwarzen Schafe. In diese Kategorie gehoeren diese Beller auch.

 


Ich moechte noch einmal auf die einfache Verstaendigung hinweisen. Wir kaempfen unter uns Hunden auch schon mal. Deshalb zetteln wir aber doch keine Kriege an, so wie manche Menschen das tun. Die Hundebesitzer wollenuns aber immer etwas beibringen, statt mal von uns zu lernen. Waere es denn nicht besser fuer die Menschheit, wenn die Politiker das Knurren und Bellen von uns uebernehmen koennten? Ist ja nur ein Denkanstoss von mir. Dann brauchten die Menschen und Tiere nicht das ausbaden, was die Politiker anzetteln.

 

Wetten, dass es dann friedlicher auf der Welt zuginge? Und das eingesparte Geld, was diese elenden Kriege kosten, koennte Menschen und Tieren auf der ganzen Welt zur Verfuegung gestellt werden. Dann brauchte keiner mehr hungern! Vor Jahren war ich mal ganz bekannt, weil ich zum schoensten Jack Russel Deutschlands erkoren wurde. Meinem damaligen Herrchen reichte das aber nicht. Er fuhr mich auch noch zu den Europameisterschaften, wo ich ebenfalls siegte. Am Ende musste ich dann auch noch bei der Weltmeisterschaft antreten, wo ich trotz grosser Konkurrenz gewann. Was brachte mir das? Ich moechte nicht mehr an diese Zeiten denken. Nicht mal eine Scheibe Wurst bekam ich extra. Diese dauernden Diaeten! Ich habe oftan Claudia Schiffer und andere Models gedacht. Das ganze Leben nur eine einzige Diaet. Oft genug musste ich mir was stehlen und wenn es nur ekeliges Katzenfutter war. Dabei fresse ich eigentlich gerne und viel. Meinem Herrchen ging es ja nicht um mich. Nein, er bekam von den Zuechtern mehr Geld fuer mich, mit diesen Titeln. Und als ich dann aelter wurde, wollte er mich ohnehin nicht mehr. Aber ich hatte grosses Glueck und kam mit 8 Jahren noch in ein wunderschoenes Zuhause. Ich habe mich oft gefragt, warum die Menschen einen Hund, der ihnen treu ergeben ist, nach seiner Schoenheit bewerten? Das tun wir Hunde nicht. Uns ist es egal, wie Herrchen oder Frauchen aussehen. Hauptsache sie sind lieb. Und das danken wir Hunde tagtaeglich mit unserer absoluten Treue. Das heisst aber nicht, dass wir nicht auch mal ungehorsam sind, obwohl wir das oft nicht mal wollen.

 


Nun erzaehle ich Euch aber, wie ich mal zu 2 Steaks kam: Auf freiwillige Gaben der Menschen kann man da nicht bauen. Aber der Reihe nach. Frauchen legte morgens 2 Steaks auf die Spuele zum Auftauen, die sie wohl mittags zubereiten wollte. Die ganze Kueche roch koestlich nach diesem Fleisch, was die Menschen ja nicht riechen koennen. Als Frauchen auf einmal sagte: Jacky geh in Dein Koerbchen, da wusste ich, dass sie wieder alleine zum Einkaufen fuhr. Ich achtete noch darauf, dass sie das Auto aus der Garage fuhr und aus der Sicht verschwand. Die Rueckkehr konnte dauern, weil sie unterwegs immer irgendwelche Leute traf, mit denen sie redete. Und waehrend ich so alleine in der Kueche herumschnupperte, ertappte ich mich, dass ich urploetzlich mitten auf der Spuele stand, direkt neben diesem herrlichen und koestlichen Fleisch. Zuerst leckte ich es etwas ab, weil es ja auch noch sehr kalt war. Dann dachte ich daran, dass es jetzt die Menschen ohnehin nicht mehr verspeisen wuerden, wo ich schon mal dran war. Und deshalb hatte ich auch kein ganz schlechtes Gewissen, als ich das erste Stueck Steak gleich an Ort und Stelle verspeiste. Was man hat, das hat man, nicht wahr? Das zweite Stueck packte ich mir zwischen die Zaehne und sprang von der Spuele herunter. Gerade wollte ich es genuesslich auf dem Teppich verzehren, hoerte ich, wie Frauchen schon wieder die Haustuer aufschloss. Meist blieb sie immer so lange weg. Ausgerechnet jetzt kam sie so schnell wieder, wo ich meine Beute noch nicht verzehrt hatte. Aber das laeuft ja meistens so.

 


Es war Mittwoch, wo sie immer zum Markt fuhr. Ich entwickelte einen Plan..........!

 


Nachdem ich hoerte, dass Frauchen wegfuhr, schnupperte ich mal an der Spuele. Mir lief schon das Wasser im Mund zusammen. Wie gut das roch! Wie kriege ich bloss die Tuere auf? Ich kratzte mehrfach mit der Pfote daran. Die Tuer ging nicht auf. Meine Nase nahm ich zur Hilfe und die Zaehne, denn das war nicht die erste Tuere, die ich oeffnete. Ihr glaubt nicht, welche Qualen das waren. Dauernd quetschte ich meinen Riecher, wenn sie ein Stueck geoeffnet war und dann wieder zusprang. Und dennoch schaffte ich es.

 


Schliesslich bin ich nicht umsonst Weltmeister geworden An dieser Stelle muss ich aber mal loswerden, dass die Kuechen bestimmt nicht hundefreundlich eingerichtet sind. Meine Planungen saehen da wesentlich anders aus. Aber wer fragt uns Hunde denn schon? Das aber mal an anderer Stelle. Nun zu meiner Beute, der Dose. Ja, die Gabel steckte immer noch darin. Auf sie konnte ich gut und gerne verzichten. Ich leckte erst einmal daran herum, als die Dose ploetzlich umfiel und mir auch schon die Loesung fuer mein Vorhaben lieferte. Die darin befindliche Gabel blieb irgendwann, irgendwo liegen, weil ich mich an das Innere der Dose heran gemacht hatte. Wohl dem, der seinen Riecher in so eine Dose hineinstecken kann. Doch bloede bin ich ja nicht. Durch meine ganzen Versuche rollte die Dose immer weiter, durch mehrere Zimmer, bis sie am Ende hinter Frauchens bester Couch landete. Da war das Ende erreicht und ich konnte mir in aller Ruhe alles dort heraus angeln, was waehrend des Rollens gar nicht so einfach war. Es waren immer noch Reste in der Dose vorhanden, an die ich aber leider nicht dran kam. Ausserdem bestand ja auch noch die Gefahr, dass ich mir die Schnauze an dem scharfen Blechrand offen schnitt. Das Ganze hatte mich auch leicht ermuedet, so dass ich von weiteren, unsinnigen Aktionen Abstand nahm.

 


Ich ging noch einmal in die Kueche, um nachzusehen, ob ich noch Spuren zu verwischen hatte. Da sah ich doch die Gabel noch mitten im Zimmer liegen. Ich schleckte noch ein wenig gelangweilt daran, als ich bemerkte, dass ich sie immer weiter schob, zuletzt bis unter einen Teppich. Da war ich mit meiner Aktion zufrieden. Kein Mensch konnte von mir verlangen, dass ich mit der Gabel auch noch auf die Spuele springen, um sie dort zu entsorgen. Lebensmuede bin ich nun wirklich nicht. Und wer weiss, was wieder alles auf der Spuele herumstand. Am Ende bekam ich auch noch die Schimpfe, wenn etwas herunter fiel. Jetzt brauchte ich aber dringend Ruhe. Bin ja nicht mehr der Juengste.

 


Wenn Frauchen kam, musste ich ja auch wieder das uebliche Zerimonell veranstalten, zur Begruessung.
Man hat es auch als Hund nicht so leicht, koennt Ihr mir glauben. Von wegen Diaet! Davon habe ich genug. Bei jedem Massenandrang von Hunden denke ich wieder an diese bloeden Ausstellungen. Glaubt mal nicht, dass man gleich auf den Laufsteg kommt. - Alles wird gemessen und notiert. Die interessierten sich auch noch fuer mein kleines Schwaenzchen, wozu ich sagen muss, dass es an mir wirklich interessantere Objekte gibt. Doch so sind die Menschen. Wie lang sind die Beine, wie die Zaehne? Was haben die davon, wenn man der schoenste Jack Russel der Welt ist? Die sollen mich so lieben, wie ich bin.

 


Aber unsereiner will ja keinen Aerger haben. Dann gehe ich eben vom Sessel herunter und wenn keiner mehr hinschaut, lege ich mich wieder dorthin. Kommt immer drauf an, wer ausdauernder ist. Ich reagiere ohnehin erst, wenn der Tonfall aergerlich wird. Oft genug geben die Menschen vorher auf. Wuerden sie die Zaehne fletschen, knurren und ihr Fell straeuben, wuerde man eher reagieren. Das ist ja, was ich immer sage.

 

 

 

Unser Ausflug an die Weser

 


Ich muss Euch jetzt einmal von einem ganz interessanten Ausflug an der Weser berichten. Ausser in der Badewanne und in der Dusche war ich noch nie in einem so grossen Wasser. Ich habe mich zwar schon mal im Sommer im Wald in einer Pfuetze abgekuehlt, doch so ein grosses Wasser, wie die Weser, war mir fremd.
Natuerlich hatte ich vorab Bedenken, dort hineinzugehen, doch was tut man fuer eine Abkuehlung nicht alles.- Es war schrecklich heiss und der feuchte Sand am Ufer liess ahnen, was mich erwartete. Probieren geht ueber studieren, ist mein Motto. Da ging Cleo doch schnurstraks in diese grosse Badewanne hinein. Mit einer Geste deutete sie mir an, dass ich auch kommen sollte, was ich dann tat. Wisst Ihr was? Das war ja viel besser, als bei uns zu Hause in der Badewanne oder in Frauchens Dusche. Eine herrliche Abkuehlung! Was tat das gut! Noch weiter hinein ging ich aber nicht, weil mir das Ganze doch fremd war. Die Gefahren konnte ich nicht abschaetzen, die da auf mich lauerten. Dazu muesste man richtig schwimmen koennen. Zu Hause, in Frauchens Badewanne, da brauchte ich nie schwimmen, weil immer sehr wenig Wasser drin war. Aber ich begann mal in Ufernaehe mit meinen Schwimmversuchen. Aber hin und wieder kamen starke Wellen auf, die das Wasser ganz schoen schaukeln liessen, was mich wieder verunsicherte. In dieser grossen Badewanne fuhren naemlich ab und zu richtige Schiffe und Motorboote. Ich blieb lieber in sicherer Ufernaehe. Aber ich habe auch etwas entdeckt. -

 

In der grossen Badewanne gibt es Fische. Die kenne ich, weil Frauchen ein Aquarium hat. Ich habe schon immer ueberlegt, wie ich in deren Naehe komme, denn es koennte ja sein, dass die wie Steaks schmecken. - Probieren geht ueber studieren, nicht wahr? Man muesste tauchen koennen, um weiteren Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Es muss ja nicht alles an einem Tag geschehen. Man ist ja nicht mehr der Juengste. Doch weshalb Frauchen noch nicht mit mir hier war, das wundert mich. Und die faehrt so weit weg in Urlaub, wo es doch hier in der Naehe so schoen ist. Aber so sind die Menschen, mir unbegreiflich. - Ich wuerde sehr gerne mehr erkunden und am liebsten mit Cleo. Zu zweit macht es doch viel mehr Spass. Vielleicht kann ich Cleo das noch schmackhaft machen. Bis jetzt hat sie ja nur das Stoeckchenholen im Sinn, auch im Wasser. Das ist alles nicht mein Ding. Ich mache ohnehin nicht gerne, was andere von mir erwarten. Vielleicht sollte ich noch erwaehnen, dass ich ausser Cleo andere Hunde nicht mag. Einige haben mich in der Vergangenheit schon grundlos gebissen, weshalb ich heute nicht mehr lange fackele. Wer in mein Revier kommt, den beisse ich zuerst. Die Tieraerzte haben mir schon einige dicke Rechnungen zu verdanken.  Ich stecke aber nie zurueck.

 



Frauchen ist wieder zurueck

Alles hat mal ein Ende, so auch dieser Urlaub. Ich bin wieder bei meinem Frauchen.

 


Es geht hier doch wesentlich ruhiger zu, als bei Cleo. Fuer einen Urlaub war das ja ok, doch neben Frauchen auf der Couch zu liegen und gestreichelt zu werden, dafuer gibt es keinen Ersatz. Und wenn Langeweile aufkommt, da bin ich ziemlich einfallsreich.

 


Ich erwaehnte ja schon, dass Frauchen meist alle Tueren schliesst, wenn sie alleine zum Einkaufen faehrt. - Jetzt habe ich den Bogen heraus, wie man sie oeffnen kann! Ich brauche nur auf eine passende Gelegenheit warten.

 


Frauchen zog sich an, ich musste wie immer in mein Koerbchen, sie schloss die Tueren und rief mir zum Schluss zu: Jacky, ich komme bald wieder. Sei schoen lieb. - Ich lauschte noch eine Weile, hoerte sie aber dann mit dem Auto wegfahren. - Schon begann ich meine Streifzuege. Ich sprang einige Male an die Tuerklinke und schon hatte ich diese Barriere beseitigt. Beim Schnuppern in alle Ecken des Zimmers entdeckte ich einen Teewagen. An dieser Stelle witterte ich was Fressbares. Sehen konnte ich nichts, aber ahnen, musste also riskieren, auf den Teewagen zu springen. Meinem Geruchssinn entging ja nichts.

 


Mit einem Satz stand ich auch schon auf dem laestigen und scheusslichen Monstrum, was beinahe boese geendet haette, weil ich ins Rutschen kam. Warum die Menschen auf allen Moebeln wohl diese graesslichen glatten Oberflaechen haben, dazu die Deckchen aus allen moeglichen Materialien? Das ist total ueberfluessiges Zeug. Vor allen Dingen muessen sie ja auch mal an uns Hunde denken, die wir mit in deren Haushalt leben. Also, im letzten Augenblick konnte ich noch meinen Absturz und auch das Herunterfallen einer Glasschuessel verhindern. Was das wieder Zirkus mit Frauchen gegeben haette. Man kann mir ja nachsagen, dass ich kriegerisch mit anderen Hunden umgehe, doch Dummheit kann mir keiner vorwerfen.

 


Also, in dieser Glasschuessel schien etwas Verwertbares zu sein. Nur das Teil war mit einem doch recht schweren Deckel geschlossen. Gut zu fassen war dagegen ein runder Glasknopf, den ich mit meinen Zaehnen packte und daneben legte. Ich ging der Sache auf den Grund und glaubte schon am Ziel zu sein, da waren doch die Kostbarkeiten alle noch einmal in Silberpapier eingepackt. -

 

Diese Menschen - komplizierter geht es kaum. Alles Blendwerk, etliche Male eingepackt und am Schluss muss es doch wieder ausgepackt werden, um es geniessen zu koennen. - Vor mit lagen Pralinen, natuerlich in Silber- und Goldpapier gehuellt. - Die Menschen stoehnen ueber die Muellberge. Sie tragen selber die Schuld hierfuer. Was produzieren wir Hunde denn? Nur mal so als Vergleich dazu? Ausser meinem Haeufchen, auf einer Wiese, was ja noch als Dung dient, gibt es bei mir keine Reste, keine Ueberbleisel. Ich fresse alles auf, so eine Art lebender Muelleimer eben. Kann man sehen, wie man will, aber ich bin eben umweltbewusst. Und darum wollte ich mich jetzt auch um diese Pralinen kuemmern, ehe Frauchen zurueck kam. Ich biss in eine hinein, quaelte mich mit dem Silberpapier herum, spuckte es immer wieder aus und stellte fest, dass sie schrecklich schmeckte. Ich glaube, dass da Alkohol drin war. Tut mir leid, aber ich musste das ausspucken. Bei den naechsten Pralinen versuchte ich das auch, leckte sie zum Teil auch nur ab und hatte bald die Nase voll vom diesem Zeug. Ich verliess den Platz, muss ja zugeben, dass er nicht mehr so ordentlich aussah, wie zuvor. Waere da Fleisch oder Wurst drin gewesen, haette ich alles sauber geleckt verlassen. Aber so????  Frauchen muss sich auch viel besser auf mich einstellen. -

 

 

 

Jetzt erst einmal herunter von diesem Monstrum. Das braucht Frauchen mir nicht mehr verbieten. Freiwillig springe ich nicht mehr darauf, es sei denn, dass da Steaks liegen. Wieder auf der Erde gelandet, ueberlegte ich, dass ich jetzt gerne auf der Couch liegen wuerde. Ja, die Tuere war verschlossen. Ich sprang wieder an die Klinke, vier oder fuenf Mal und ich konnte auf die Lieblingscouch. Direkt darueber war ein Fenster. Ich wollte einen Blick nach draussen werfen, da passierte auch schon wieder ein Malleur.

 


Ausgerechnet, wo ich hochspringen wollte, stand ein bloeder Blumentopf. Der fiel herunter und der Inhalt verteilte sich auf der Couch. Das gab wieder Aerger! Aber mal ehrlich: Habe ich denn Blumentopf da hingestellt? Blumen gehoeren in den Garten. Da koennte ich wenigstens mal ab und zu mein Bein dran heben. Aber Blumen vor ein Fenster, wo man herausschauen will? Mir wurde ganz mulmelig, wenn ich an Frauchens Rueckkehr dachte. Kurz darauf hoerte ich auch schon das Auto in die Garage fahren. Jetzt musste ich mir was ganz Besonderes einfallen lassen. Ich war mir meines Charmes bewusst und konnte zaubern, wenn es darauf ankam.

 


Als Frauchen die Tuere aufschloss, holte ich meinen Kauknochen und bot ihn ihr an. Sie wollte ihn scheinbar nicht, freute sich aber trotzdem ueber meine Geste. Ich sprang mehrfach an ihr hoch, wedelte ganz, ganz flink mit meinem Schwaenzchen, waehrend sie sofort in die Kueche ging und ihre Einkaeufe auspackte.

 


Ein Blick ins Herrenzimmer reichte ihr. Jacky, was hast Du denn wieder gemacht? Ich legte mich auf den Ruecken, alle Viere von mir gestreckt und wedelte dazu mit dem Schwaenzchen. Das heisst: Verzeih mir bitte!

 


Mir tut es ja auch leid, als ich sah, welche Arbeit da mit dem Saubermachen wieder verbunden war. Nur gut, dass eine Wolldecke auf dem Sofa lag. Die brauchte sie nur wieder ausschuetteln und waschen. Nachdem sie eine andere Decke auf die Couch legte, setzte sie sich dort hin. - Das war auch schon der Augenblick, wo ich immer zu ihr ging, um zu schmusen. Ich ging langsam aus meinem Koerbchen, die Lage abwartend taxierend, als Frauchen auch schon rief: Ja, dann komm doch hierher. Das liess ich mir nicht zweimal sagen und sprang aufs Sofa. Das waren immer sehr schoene Augenblicke fuer uns. Allerdings hatte sie ja das mit den Pralinen noch nicht gesehen. - Das werde ich auch noch ueberleben, dachte ich so bei mir und genoss in vollen Zuegen Frauchens Streichelei. Sie konnte mir nie lange boese sein.

 


Man hat es auch als Hund nicht einfach, weil man nie voraussehen kann, was so alles passieren kann. Waere alles hundegerecht angeordnet, dann wuerde ich ja nicht klagen. Doch die Menschen nehmen ja bei der Einrichtung eines Hauses keinerlei Ruecksicht auf einen Hund. - Alles Ueberfluessige kaeme weg. Alle Oberflaechen der Moebel waeren angerauht, nicht glatt, Spuelmaschine brauchte man nicht, weil das Geschirr abgeleckt werden koennte. Hundefutter sollte nur in flachen Gefaessen gekauft werden, welches die Hunde leicht oeffnen koennten. Die Tueren sollten so beschaffen sein, dass sie sich oeffnen, wenn einer davor steht. Blumen muessten in den Garten entfernt werden, Tischdecken gehoeren nicht auf die Tische. Sie bedeuten eine Rutschgefahr. Ich wuerde fuer alles, hundefreundliche und rauhe Oberflaechen anordnen, wo sich ein Hund auch festkrallen kann. Gardinen muessten von den Fenstern entfernt werden.

 


Alles wuerde etwas vereinfacht werden. Und mit dem Knurren und Zaehnefletschen koennte man schon mal langsam beginnen, so als Uebung fuer die Menschen.
Das bin ich in Natura, fast 17 Jahre alt

 

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