NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK.

Der Trog, aus dem die Schweine fressen, ist immer der Gleiche.

Es sind nur die Schweine, die sich ändern.

 

   

 

 

 

 

Männlein und der liebe Gott - Kindermund

Ich schrieb ja schon einige Male von Felix - meinem kleinen Männlein - den ich einige Jahre lang betreute. Er wollte mich ja mal heiraten, wenn er gross sei. Wie oft denke ich an ihn................, er hat sehr viele Eindrücke bei mir hinterlassen.

Seine Schwester, schon einige Jahre älter als er, nutzte ihre Überlegenheit oft aus, wie das bei Geschwistern so üblich ist. Bekam sie ihren Willen nicht, drohte sie dem jungen Jungen, das Fenster zu öffnen und die Geister herein zu lassen. - Aus purer Angst tat der Kleine alles, was sie wollte, wenn auch nur widerwärtig. - Ich war schon einige Male eingeschritten und verbot dem Mädchen diese Panik bei ihrem Bruder auszulösen.
In meinem Beisein geschah das auch nicht mehr, doch Männlein berichtete es mir später davon. "Sie hat es wieder getan", so sprudelte es aus ihm heraus. - Da er ja ohnehin immer so ängstlich war, klärte ich ihn einmal auf:

"Männlein, es gibt keine Geister. Diese Geschichten, die davon erzählen, sind nur erfundene Gedanken. Darüber hat man Bücher geschrieben, die die Kinder lesen sollen, Cassetten werden hergestellt, die man anhören kann. - In Wirklichkeit gibt es das nicht." -
Ich nannte ihm Beispiele, wie sich z. B. die grosse Tanne vor dem Hause bei Wind hin und her bewegte. Im Schein von der Strassenlaterne sah das von innen so aus, als bewegte sich draussen einer vor dem Fenster. - "Deine Schwester nutzt diese Angst nur aus, damit sie ihren Willen erfüllt bekommt. - Sage ihr einfach, dass es keine Geister und Gespenster gibt und Du nicht das tust, was sie will. - Danach ist Ruhe."

Ich hatte ihm das leise und geheimnisvoll geflüstert, so dass seine Schwester das nicht mitbekam. - Es war unser Geheimnis!
Natürlich machte das Mädchen mal wieder einen Versuch, ihren Bruder einzuschüchern. - Ich hörte ihn, wie er wetterte: "Es gibt überhaupt keine Geister und ich tue auch nicht, was Du willst." - Sie darauf: "Na gut, dann mache ich jetzt das Fenster auf und lasse die Geister herein. Dann wirst Du schon sehen, was passiert."

Männlein kam zu mir gerannt und flüsterte mir zu: "Sie hats schon wieder getan. Ich habe ihr gesagt, dass es keine Geister gibt und jetzt will sie das Fenster öffnen und die blöden Geister reinlassen." -

Mir blieb nichts anderes übrig, um jetzt einmal einzuschreiten. Ich nahm mir das kleine Fräulein auf den Schoss und fragte sie, ob ich ihr auch einmal solche Angst machen sollte. Dazu kannte ich ja ihre Schwächen genau. Die nutzte ich! - Ja, sie zeigte ein Einsehen, ging zu ihren Bruder und reichte ihm die Hand, unter dem Gemurmele, dass sie das nicht mehr wieder machte.

So ganz war Männlein aber noch nicht beruhigt. Ihn beschäftigte das Thema auch weiterhin, indem er mich mit Fragen bombardierte. Irgendwann liess das auch wieder nach. -

Männlein kam in den Kindergarten - was wiederum ganz andere Ängste auslöste. Es war schlimm, ihn daran zu gewöhnen. Da waren wieder seine Verlassensängste im Spiel. - Die ersten Tage vergingen nur mit Geschrei und Weinen. Ich war gerade mit dem Auto zurück, da klingelte schon das Telefon, ich möge mal wieder kommen, der Kleine schrie in einer Tour.

Zum Angewöhnen blieb ich mal eine Stunde mit im Kindergarten und fuhren dann zusammen nach Hause. So gewöhnten wir ihn ganz langsam daran. Allerdings sass er seine Stunden dort nur ab. Er benahm sich völlig passiv dort. Das erzählten mir auch die Erzieherinnen.

Und dann holte ich Männlein mittags vom Kindergarten ab. Er war total wütend, stellte sich vor mich hin und trommelte auf mich ein: "Du hast gesagt, es gäbe keine Geister, du sollst mich nicht immer verarschen!" - Den Ausdruck hatte er von seiner Schwester übernommen.
Nun, ich wusste überhaupt nicht, was er jetzt wieder hatte. - Aber dann sprudelte es aus ihm heraus: "Ich war vom Kindergarten aus heute in der Kirche. (katholische) Es gibt wohl Geister. In der Kirche gab es den heiligen Geist!"  -

Was sollte ich darauf jetzt antworten? - Gibt es nicht? - Oh je, ich wäre ja in dieser rein katholischen Gegend an den Pranger gekommen, zumal Männleins Mutter auch hin und wieder Aufklärungsunterricht bei Brautpaarseminaren, im Auftrag der Kirche abhielt. - Ich weiss nicht, ob das heute noch so ist, dass die künftigen Eheleute zuvor 3 Wochen oder so in den Brautunterricht müssen.
Zurück zu Männleins heiligem Geist:

"Dieser heilige Geist in der Kirche gehört zum lieben Gott. Das ist etwas ganz anderes, als wenn in Geschichten über Geister und Gespenster geredet wird."
"Hast Du den Geist auch schon mal in der Kirche gesehen?"

"Nein Männlein, aber wir können ja mal die Oma fragen. Die kennt sich doch so gut in der Kirche aus."  -  So verblieben wir.

Die Oma kam so alle zwei Tage mal vorbei und Männlein stürzte sich auf sie, mit den Fragen nach dem heiligen Geist: "Wohnt der in der Kirche? Was macht der denn da? Wo steht denn sein Bett?" - Der Begriff des heiligen Geistes hatte ihn erneut fasziniert. - Seine gute Oma gab ihm allerdings Erklärungen ab, womit er nichts, aber auch nichts anfangen konnte. -

Er fasste mich an die Hand, zog mich mit in sein Zimmer und flüsterte mir zu:  "Die Oma weiss das nicht richtig. Die kommt aus Polen und da gab es den lieben Gott und den heiligen Geist bestimmt nicht!" - Das hatte Männlein bestimmt in einem anderen Zusammenhang zuvor von den Eltern gehört.

Aber DER GOTT - so sprach er immer darüber, beschäftigte ihm damals ziemlich oft. Seine Fantasie ging mit ihm durch. Alle paar Tage kam das Thema auf. Er schwankte zwischen der Vorstellung, Gott als einen grossen Zauberer anzusehen oder der Gleichstellung mit der Frau Holle. - Auf jeden Fall vermutete er viele Geheimnisse hinter diesem lieben Gott. Ich weiss auch nicht, ob er nur mir diese Fragen stellte oder auch seinen Eltern. - Jedenfalls erfuhr ich keine neuen Informationen von ihm, die er anderweitig erfragt hatte.

 

 

Klein Paulchen - schon ganz gross

Ich betreute eine Weile vormittags den kleinen Jungen einer Lehrerin, während die in der Schule unterrichtete.
Klein Paulchen muss ich zuerst beschreiben. Er war zwar schon 4 Jahre alt, auch super intelligent, aber altersmässig war er viel zu klein und ganz schmächtig. - Eine besondere Eigenschaft besass er:  Er hatte keine natürliche Angst. - Wenn der kletterte, dann sah das so gefährlich aus, dass man sich automatisch daneben stellte, um das Stürzen zu verhindern.
Paulchen sass ja immer noch in seinem Hochstühlchen, mit seinen vier Jahren. - Meine Bedenken legten sich jedoch mit der Zeit, als ich bemerkte, dass da nichts passierte. -

Es gab auch weitere Probleme, weil er weder auf die Toilette, noch auf ein Töpfchen gehen wollte. - Da er jedoch alles verstand, was ich ihm erzählte, machte ich ihm die Sache mal schmackhaft und stellte ihm das Angeln mit meinem Mann an einem See in Aussicht! - Das wirkte.

Ich fragte mittags seine Mutter, ob ich das mal machen dürfte. - Sie meinte, ob ich mir das antun wollte und klärte mich auf:

Ihr Mann hatte ein ferngesteuertes Boot, war in solch einem Verein, der an einem See lag. Zweimal nahm er Paulchen mit und beide Male landete Paulchen frühzeitig im See, während der Mann sein Boot aus dem Auto holen und startklar machen wollte. - Das war ausgerechnet zur kalten Jahreszeit. Vater und Sohn mussten unverrichteter Dinge wieder heim fahren! - Er nahm den Jungen nicht mehr mit.
Paulchens Mutter meinte, dass ihr Mann berichtet hätte, dass man 1.000 Augen brauchte, um den Jungen zu beaufsichtigen. - Diese Eindrücke hatte ich überhaupt nicht. Aber mir fiel eine Lösung ein. - Es gab doch für so kleine Kinder solche Zügel, womit die Kleinen laufen lernen können oder womit man sie im Kinderwagen anbinden kann, damit sie nicht herausfallen können. - Die wollte ich Paulchen umbinden. - Die Frau suchte die Teile und wir probierten sie dem Jungen an. Dem zarten Kind passten die noch ganz gut.

So fuhren wir am nächsten Tag zum See und ich hielt die Zügel fest in der Hand. Mir sollte das nicht passieren, dass ich ihn aus dem See fischen müsste.
Mein Mann pflückte einen Stock von einem Strauch und ich machte da eine Plastikschnur dran. Der Kleine war nicht dumm. Er monierte, dass da kein Haken und keine Made dran war. Wir wollten ja eigentlich darauf verzichten, denn wenn der mit dem Stock herumfuchtelte, dann hätte ich höchstwahrscheinlich bald irgendwo den Haken sitzen. - Ich bat ihn eindringlich, den Stock nicht aus dem Wasser zu ziehen, weil der Haken gefährlich werden könnte. - Ja, er war einverstanden. Dann sah er, wie mein Mann Mais an die Angel befestigte. Das wollte er auch haben. Gut - mein Mann erledigte seinen Wunsch.
Unterdessen stand ich die ganze Zeit hinter ihm und hielt seine Zügel fest, während mein Rücken schon schmerzte, von der gebückten Haltung. -

Schliesslich meinte Paulchen: "Ich bin doch schon 4 Jahre alt, bin ganz gross. - Komm, ich halte die Zügel selber fest, damit Du keine Rückenschmerzen bekommst. - Das war ein Bild für die Götter! - In der rechten Hand hielt er sein Stöckchen - die Angel - und in der linken Hand die Zügel. Er stand richtig steif und verkrampft dort, weil er sich ja selber vor einem Sturz in den See bewahren wollte. So verbrachte er eine ganze Weile. - Ich hoffte allerdings darauf, dass er die Aktion bald leid wäre und wir wieder heimfahren könnten. So wars dann auch.
Unterwegs erzählte er mir im Auto, dass das eine tolle Idee mit den Zügeln war. Nun könnte er mit seinem Papa auch immer mitfahren und die Zügel verhinderten ja ein Reinfallen in den See!

Ich bereitete ihn dann darauf vor, dass er aber auch auf den Kindersitz der Toilette müsste. Das sei abgemacht worden. - Ganz so ein grosses Geschrei gab es nicht mehr, er entsorgte aber auch nichts. -
Nach eindringlichen Appellen, sich zu melden, wenn er "müsste", brachte ich ihn nach dem Essen zu seinem Mittagsschläfchen. Er brauchte diese Ruhephasen noch, schlief auch immer. Allerdings erledigte er zuvor sein "Geschäftchen", wenn er sich alleine wähnte. Ich hatte extra keine Pampers umgelegt, denn er sollte mal erfahren, wie unangenehm es war, wenn alles vollgesaut war. Allerdings hatte ich das Bettchen mit allerlei unsichtbaren Vorkehrungen ausgestattet.
Als Paulchen wach wurde, rief er seine Mama, die ihn aus dem Bett holen wollte. Natürlich war alles vollgesaut. Ich hatte es ihr aber zuvor erzählt.
Nachmittags wollte sie mit dem Kleinen in die Stadt - ohne Pampers. Der hielt so lange das Wasser an, wenn er eine Aufsicht dabei hatte. Er begriff das nicht, dachten wir. Der Stadtbesuch verlief ohne Zwischenfälle. Paulchen wurde auf die Toilette und auf Töpfchen gesetzt, wieder mit Geschrei, bei seiner Mama, die mir das am nächsten Tag erzählte. Er machte nichts ins Töpfchen, obwohl inzwischen Stunden vergangen waren, wo er trocken blieb.
Spätnachmittags bekamen sie noch Besuch von einem kleinen Mädchen, mit seiner Mutter. Die beiden Kinder spielten schön miteinander. - Plötzlich meinte das Mädchen, es müsse nach Hause, weil es Pipi machen müsste. - Da meinte Paulchen doch auf einmal:
"Du brauchst nicht nach Hause gehen." Er holte sein Töpfchen, setzte sich freiwillig darauf und machte da hinein!!!! Er sagte zu der Spielgefährtin: "So musst Du das machen!" - Seine Mutter hatte das beobachtet. Sie fiel bald vom Glauben ab. - Warum hatte der Kleine uns denn ständig so genarrt?? - Von da ab klappte das mit der Sauberkeit.

Ich musste einen Tag mal mit ihm zum Kinderarzt, wegen der Vorsorgeuntersuchung mit vier Jahren. - Ach hier leistete sich Klein Paulchen wieder einen Klops.
Er sollte die Farben bestimmen. Als der Kinderarzt ihn nach der roten Farbe fragte, antwortete Paulchen: "Das ist die Farbe, wo die Autos an der Amplel stehen bleiben müssen." Es ging weiter mit grün: "Da dürfen die Autos fahren." Und bei gelb? "Da müssen die Autos abbremsen und warten." - Der Kinderarzt fragte ihn eindringlich, wie die Farben denn hiessen. Er sagte nichts! - Auf jeden Fall musste der Test in einem halben Jahr wiederholt werden.
Als wir draussen waren, meinte Paulchen, dass der Doktor aber dumm war. Er wusste ja noch nicht einmal, was grün, gelb und rot ist. Selbstverständlich hat der Kleine die Farben gekannt, sagte es nur nicht.


Paulchens Mutter bekam keinen neuen Vertrag an der Schule, so dass sie wieder arbeitslos und daheim war. Da hatte sich mein Job auch erledigt. Ich habe die nicht mehr wieder gesehen, zumal ich danach auch anderweitig tätig war.

 

 

Wie kommt man zu einem Opa?

Eines kann ich Euch verraten:
Die Kleinkindlogik eines dreieinhalbjährigen Jungen könnt Ihr nicht mehr toppen. -

Es handelt sich um einen süssen, blonden Jungen, namens Felix, den ich einige Jahre betreute und der mir sehr ans Herz gewachsen war. Ich schrieb schon einmal von ihm. - Er war mein Männlein, weil er mich einmal heiraten wollte, wenn er gross sei und mich nannte er "Unkie", warum auch immer.

Der Begriff wurde einmal geprägt und dabei blieb es. Wir hatten ein ganz inniges Verhältnis zueinander. An vielen Wochenenden, wenn ich frei hatte, wurde der Kleine krank, hatte Fieber und musste einige Male ins Krankenhaus gebracht werden, wurde allerdings ohne Befund wieder entlassen. Montags, wenn ich zum Dienst kam, bekam ich Anweisungen, auf was ich zu achten hätte, wie Tee und nur Zwieback. - Ich kannte mein Männlein ja besser als alle Anderen. - Eine Stunde später war kein einziges Krankheitssymptom mehr erkennbar. Er verlangte seinen Kakao, sein übliches Frühstück und nach Rücksprache mit seiner Mutter durfte ich ihm das auch geben. - Und welchen Appetit er hatte .............., er war nicht krank. - Worunter er aber ständig litt, das waren Verlassensängste.

Seit seiner Geburt war er nur immer weitergereicht worden und seine Betreuungen wechselten ständig. - Nun war ich an der Reihe und ich glaube, er wollte mich nicht wieder verlieren. -Ja, es war schon arg mit dem Jungen. -

Er kettete sich regelrecht an mich, was auch nicht gut für ihn war. Deshalb beschloss ich, zwei fast gleichaltrige Jungen aus der Nachbarschaft mit einzubeziehen. - Ob Ihr es glaubt oder nicht, Felix konnte nicht einmal draussen spielen, ohne sich jeden Augenblick zu vergewissern, ob ich auch noch da war. Meist stand er passiv neben den beiden Freunden, die spielten.

Doch seinen Eltern passte das nicht so recht. Ich musste ihn zum Frühschwimmerkursus begleiten, zum Tennisunterricht und zur musikalischen Früherziehung. Alle drei Unternehmungen waren ein Reinfall. - Zu Beginn stand das Geschrei und später das Aussitzen der Lehrstunde. Seine Ängste standen ihm im Weg!

Die Schwimmlehrerin meinte, sie hätte den Jungen nur aufgenommen, weil ihr Chef das bestimmt hätte. - Die Feinmotorik des kleinen Jungen sei überhaupt noch nicht fürs Schwimmen eingerichtet. - Nur was sollte sie machen? - Männleins Mutter stellte die Lehrerin als unfähig dar, weil der Kleine nach 6 Unterrichtsstunden noch nicht schwimmen konnte. Dahinter stand bestimmt ein Klüngel mit dem Bürgermeister der Stadt.

Seine Eltern erwarteten jedoch Erfolge. Sie erkundigten sich auch regelmässig bei den entsprechenden Lehrern. Ich erfuhr es durch sie. - Natürlich war es allen Unterrichtenden klar, dass der kleine Mann unter diesen Umständen nichts schaffen konnte. Es war ja nichts, was ihm Freude machte. Dahinter stand der Druck der Eltern, ihn zu einem ungewöhnlichen Kind erziehen zu lassen. - Ängste liessen die Eltern nicht zu! Er hatte zu funktionieren.  Grauenvoll - was der Kleine mitmachen musste. - Aber dafür bekam er ja die teuersten Designer-Klamotten und wurde zum Reklameträger betimmter Kindermoden. Im Winterurlaub ging es zu einem prominenten Urlaubsort und er kam gleich ganztags in eine Skischule, damit sich die Eltern erholen konnten. Ich möchte nicht wissen, wie er sich dort aufgeführt hat. -

Felixs Schwester war 8 oder 9 Jahre alt. Sie war noch nie mit einem Schlitten gefahren. - Ich fuhr mit den beiden Kindern dann mal im Winter zu einem Berg, wo man problemlos mit einem Schlitten den Abhang herunter fahren konnte. Obwohl ich zwei Schlitten dabei hatte, benutzten wir aber nur einen, weil die Kinder Angst hatten. - Dieses kleine Hügelchen war allerdings total ungefährlich. Ich wählte den Hügel absichtlich, weil ich den kannte. Dort fuhren sehr viele Kinder ganz alleine. - Nachdem wir einige Male den Hang heruntergefahren waren, holte ich den zweiten Schlitten aus dem Auto und das Mädchen sollte alleine, direkt hinter uns fahren. - Ja, sie wollte es auch.  - Allerdings bekam sie wohl unterwegs Angst, stoppte mit den Füssen und der Schlitten dreht sich auf die Seite. Es lag hoher Schnee, so dass sie recht weich umkippte und tat sich nichts. -

Was da in den nächsten Tagen ein Drama raus gemacht wurde, glaubt Ihr nicht. - Na ja, das war auch mein letzter Versuch, den Kindern mal etwas Schönes unter anderen Kindern zu bieten. Den nächsten Klops leistete ich mir noch, weil ich mit Männlein und seinen Freunden zur Freilichtbühne fuhr. Dort wurde "Zwergnase" aufgeführt.

Alle Kinder waren richtig dabei. Es war eine ziemlich gute Aufführung und sie schwärmten davon. - Ich hörte, ich hätte lieber mit Männlein in ein Sinfoniekonzert gehen sollten, mit seinen damals 3 1/2 Jahren. -

Ich habe absichtlich etwas weiter ausgeholt, damit Ihr ungefähr nachvollziehen könnt, in welcher Situation sich der kleine Junge befand. -Eines Morgens kam ich um 8 Uhr zum Dienst, als die Mutter von Männlein sofort zu ihrem Arbeitsplatz wechselte. Wir machten immer einen "fliegenden Wechsel". Felix empfing mich total aufgeregt:

"Um 12 Uhr kommt der Opa. Der holt mich ab und dann fahren wir in die Stadt, weil er mir einen elektrischen Trecker kaufen will!" -

Er besass schon ein elektrisches Polizeimotorrad, ein neues Fahrrad, sowie die üblichen Kleinkinderfahrzeuge, wie Roller und Dreirad. - Geld hatten die alle genug. Daran mangelte es nicht. - Allerdings vergötterten die Grosseltern den Kleinen. - Der hätte alles von ihnen bekommen.

Ich antwortete Männlein: "Du hast es gut. Solch einen Opa möchte ich auch mal haben."

"Hast Du denn keinen Opa?"
"Nein, meine Opas sind schon lange tot."
"Dann hast Du Pech gehabt", war seine Antwort. (hart aber herzlich)

Nun ging die Zeit wohl nicht vorüber und jeden Augenblick fragte der kleine Mann:

"Wann ist denn endlich 12 Uhr?"
Ich holte die Uhr, zeigte ihm, wo die Zeiger stehen müssten, während er das ganz genau beobachtete. Kurz darauf seufzte er:

"Der Zeiger geht ja überhaupt nicht weiter!"
Ehe ich ihm jetzt ständig die Fragen nach 12 Uhr beantworten sollte, lenkte ich ihn mit meinen Fragen ab:


"Felix, kannst Du mir denn nicht mal Deinen Opa leihen?"
In Aussicht, einen elektrischen Trecker zu bekommen, lehnte er ab.

"Nein, den kannst Du nicht kriegen."
"Oh, das ist aber schade" und ich tat so, als ob ich traurig wäre.
Man konnte es immer an seinen Augen absehen, was er dachte und wenn sie funkelten, dann hatte er auch Lösungen parat. - Also, den Opa abgeben oder verleihen wollte er nicht. - Allerdings wollte er mich auch nicht verstimmen. - Und dann sprudelte es aus ihm heraus:

"Pass mal auf. - Wenn mein Papa mal Samen in seinem Hodensäckchen hat und er ihn der Mama geben will, (die Eltern waren Ärzte) dann bekommt die ein Baby. Das dauert aber ganz schön lange. - Wenn das Baby dann ein Junge ist, wird aus dem Jungen ein Mann und daraus dann irgendwann mal ein Opa. - Den kannst Du dann haben. - Aber Du musst ganz viel Geduld haben!"


Ich habe seine Idee gelobt und ihm mitgeteilt, dass ich mich jetzt schon darauf freute. - Er meinte jedoch anschliessend: "Ja, aber jetzt hat mein Papa leider keinen Samen in seinem Hodensäckchen. Da musst Du leider abwarten." (das war der Dämpfer) - War das nicht eine Hinhaltetaktik von ihm??

Zu der Zeit war mein Männlein gerade mal 3 1/2 Jahre alt. Ist doch erstaunlich, welche Logik er besass. Es war einfach zu schön, solche Erfahrungen machen zu können. - Schliesslich waren meine Kinder schon gross und so intensiv habe ich ihre Kleinkindjahre nicht geniessen können, wie mit dem Männlein. - Er bekam übrigens keinen elektrischen Trecker, sondern ein elektrisches Auto. Den Eltern wollte ich zu Weihnachten eine Freude machen und servierte ihnen alle schönen Epidoden ihres Jungen in Form eines Büchleins, mit passenden Fotografien ihres Lieblings.

Männlein als Pirat, als Wickinger, als Indianer ................ so richtig etwas zum Aufbewahren, was man dem Jungen auch später übergeben konnte. Die Fotos hatte ich immer geknipst, wenn ich schöne Augenblicke erwischte.

Das schöne Büchlein fand ich leider später  im Müll wieder, nachdem mir das Mädchen erzählt hatte, dass der Papa das weggeworfen hatte. -Die Eltern hatten nicht die geringste natürliche Beziehung zu ihren Kindern. Was war ich sauer über deren Verhalten.  Das blieb aber nicht meine einzige Enttäuschung, seitens der Eltern.

 

 

 

Kommentare   

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Batn-el-Bahra, deux mille toises environ au nord de l'angle sud
du Delta, s'eleveront les murs de cette ville; sa droite defendue par
la branche orientale, sa gauche par la branche occidentale du Nil.


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