NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK.

Der Trog, aus dem die Schweine fressen, ist immer der Gleiche.

Es sind nur die Schweine, die sich ändern.

 

   

 

Es mag 1975 gewesen sein, als wir uns eine CB-Funkstation zulegten.

Zurückblickend muss ich sagen, dass wir glücklich über unsere Errungenschaft waren. Allerdings wurden dafür Frequenzen angeboten, die Schrott waren, die keiner sonst gebrauchen konnte. An sehr vielen Tagen konnte man nichts verstehen, weil man nur ein Gebabbele von fremden Stimmen hörte, als stünden sie vor der Haustür.


Der CB-Funk (engl. Citizens' band radio) ist eine Jedermannfunkanwendung, somit ein öffentlicher, kostenfrei nutzbarer Sprech- und Datenfunk, dem ein Frequenzband um 27 MHzFrequenzbereich liegt am oberen Ende der Kurzwelle und reicht in Deutschland von 26,565 MHz bis 27,405 MHz (80 Kanäle), europaweit von 26,965 MHz bis 27,405 MHz (40 Kanäle). (11-Meter-Band) zugewiesen ist. Der dem CB-Funk zugeteilte

Die Abkürzung CB steht für „Citizens’ Band“ und bedeutet so viel wie „Bürger-Frequenzbereich“ oder Jedermannfunk.

Mit vollwertigen Stationsantennen (deren mechanische Länge meistens zwischen 5,50 m und 6,50 m, entsprechend 1/2λ bis 5/8λ Wellenlänge λ, variiert) sind Gespräche im Umkreis von etwa 20 km bis 80 km um den eigenen Standort möglich. Die Reichweite ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie z. B. der Antennenhöhe, Sendeleistung, umliegenden Bebauung und Vegetation, Erdkrümmung. Einflüsse des Funkwetters, zumeist durch Sporadic-E, äußern sich gelegentlich in Reichweitensteigerungen auf Entfernungen bis zu über 2000 km, wodurch dann der Charakter eines reinen Nahbereichsfunks verloren geht: Sendungen aus allen europäischen Ländern und teilweise sogar aus Übersee sind zu hören und machen lokale Kommunikation schwierig. Manche CB-Funker führen in solchen Zeiten internationalen Funkverkehr durch. Das meteorologische Wetter besitzt keinen Einfluss auf die Reichweite; lediglich indirekt kann eindringende Feuchtigkeit die Leistungsfähigkeit der Antenne reduzieren oder zusätzliche Verluste in schlecht konfektionierten Steckern verursachen.

 


Nun hatten wir ein solches Gerät und konnten es nicht immer nutzen. Mein Mann hatte ein Gerät im Auto. Auf unserem Dach, auf unserem Haus, befand sich eine 6,50 m hohe Antenne! Was wir allerdings nicht wussten, das war, dass wir den Fernsehempfang unserer Nachbarn störten! -

Es hagelte Ärger. Bei einem Nachbarn verschwand die Farbe seines Fernsehbildes, wenn bei uns gesprochen wurde, bei einem anderen erklang meine Stimme in der Stereoanlage statt Mozart oder Beethoven.


Wenn sie auch noch meinen Gesprächspartner dazu gehört hätten, dann wäre das ab und zu sehr amüsant gewesen und sie hätten wohl die Kiste ausgelassen. Aber nur mich und dann wieder Pause, war langweilig. - Obwohl es sich um ein genehmigtes Gerät handelte, von der damaligen Post zugelassen, wurden wir Funker als Störenfriede in der Nachbarschaft abgestempelt. -


In fachlichen Mitteilungen wurde bekannt, dass Bildstörungen nur bei älteren Fernsehern auftreten würden, sowie an Geräten, wo kein Koaxkabel verwendet wurde. - Nützte aber überhaupt nichts - wir waren die Störenden - ob im Recht oder Unrecht.


Alleine solch eine lange Antenne auf dem Dach zu haben, reichte schon, um uns den Unmut der Nachbarn zuzuziehen. Aber bis die Leute erst einmal dahinter kamen, wer ihnen den Fernsehempfang versaute .................. und wir ahnten doch auch nicht, dass wir bei den Nachbarn im Radio, in der Stereo-Anlage und im Fernseher zu vernehmen waren.

Nach allerhand Ärger beschränkten wir unsere Aktivitäten nach Fernsehschluss. - Damals gab es noch nicht so viele Sender und kein Rundumdieuhr-Fernsehen! - Da trafen sich die meisten Funker und tauschten unsere Erlebnisse aus. - Ja, war eine schöne Zeit.


Eines Tages erzählten uns Rückkehrer aus dem Urlaub, dass sie uns ganz klar und deutlich in Italien gehört hätten. Sie hätten von einem Berg aus nach uns gerufen, aber keine Antwort erhalten. Vermutlich war das Geschnatterer der vielen Funker auf dem Kanal, woher die auch immer zu uns gelangten, stärker, als das Gerät des mobilen Funkgerätes auf dem Berg. - Aber uns kam eine Idee.


Wir wollten auch mal eine grosse Reichweite testen und fuhren dann sonntagsmorgens mit dem Auto an einen anderen Standort, wo wir meinten, keinen mit unserer Funkerei zu stören.


Auf den uns zur Verfügung stehenden Kanälen versuchten wir unser Glück. Leider waren die Aussichten ziemlich schwankend. Oben habe ich ja von wikipedia eine Erklärung eingefügt, wie der Jedermannsfunk funktionierte. Man konnte Glück haben, mal ein Schiff im Mittelmeer zu erreichen, das mit diesen Frequenzen ausgestattet war, doch meist war es nur von ganz kurzer Dauer. -

Im Nahbereich kam man ja je nach Ortslage nur 20 - 50 km, möchte ich mal meinen, wenn keine grossen Störungen vorhanden waren.


Nun aber wieder zu unserem Ausflug, wo wir testen wollten, welche Reichweite wir wohl erlangen könnten. - Wir hatten keine grosse Erfolge, kamen nach Hause und das Telefon bimmelte. - Es war ein Funker aus unserem Nahbereich. Der erzählte folgendes:


Er befand sich in der Kirche, der Pastor schickte sich zu predigen an und auf einmal dröhnte die "Station Cäsar" durch die ganze Kirche, kam aus allen Lautsprechern. Der Pastor sei verdutzt gewesen und alle Gläubigen in der Messe. Dann war es wieder ruhig. Der Pastor sprach ein paar kurze Sätze und die "Station Cäsar legte erneut los. - Man hörte ja nur die Funkstation, die in der Nähe war. Das heisst, so nah waren wir überhaupt nicht!


Der Anrufer wusste ja, dass ich am Funkgerät war, aber er konnte uns doch keinen Tipp geben. Zu dem Zweck hätte er heim gemusst.

Der Pastor war verwirrt und böse, über diesen hässlichen Schabernack, die Gläubigen rätselten .................. jedenfalls hatten die Bewohner des Ortes jetzt was zu tratschen. - Ein Grossereignis im Ort. - Nach der Warnung unseres Funkkollegen hielten wir uns erst mal sehr ruhig. Man will ja keine Pferde scheu machen, obwohl wir eine Lizenz für das Betreiben der Anlage hatten, bezahlten dafür auch noch, ich meine 15 DM monatlich! - Trotzdem konnte man damit rechnen, wenn man massiv störte, dass man die Lizenz los war. Das war von anderen Funkern schon bekannt geworden. 


Der Grund für die Störungen in der Kirche waren die alten Kabel, die zu den Lautsprechern führten. Das ahnte aber keiner.


Es kam die Zeit, wo überall Schützenfeste waren. Dort wollten wir mal ein wenig Schabernack betreiben. Unter Auto stand in der Nähe eines Festzeltes und als die Kapelle dann Pause machen wollte, rief man ganz einfach vom Auto aus: "Ihr müden Krieger - haut mal in die Tasten. Von wegen an der Tränke saufen!"


Es schallte wahnsinnig aus den Boxen heraus und war nirgendwo zu überhören. - Nutzte das nichts, dann hörten die Leute "Rumtatta-rumtatta usw" - Alle im Zelt begannen zu gröhlen und zu klatschen, bis die Musiker wieder zu spielen begannen. -


So ganz oft haben wir das nicht gemacht, aber mal ausprobiert, wo es noch klappte ................! Und ab und zu konnte man mal Leute ärgern, die einen selber verärgert hatten.

Auf dem Sportplatz - einfach in der Nähe der grossen Lautsprecher geparkt und bei Gelegenheit seinen Senf ablassen! - Klappte vorzüglich! (hihi) Immer suchten die Leute, was das wohl war und wer das gemacht hat. - Wir standen brav, zwischen vielen anderen geparkten Autos!

Heute kann man das ja mal preisgeben, weils inzwischen lange verjährt ist! -

 

Übrigens, eine mobile Station war frei. Nur die Heimstation war kostenpflichtig. Das waren die 15 DM mtl.


Damals habe ich noch mein Unwesen getrieben, aber nicht illegal, fast nie jedenfalls! Immer nur ne kleine Lücke benutzt!

 

 

 

 

 

Der Aal in der Hose

Es mag ja so einige Geschichten und Witze vom Aal geben, doch diese erlebte Geschichte wird jeden Leser zum Schmunzeln bringen.


Mein Mann war damals als Schlosser in einer Kiesbaggerei beschaeftigt. Zu seinen Aufgaben zaehlte, die Saugbagger zu reparieren, die sich in einem See befanden. Da mein Mann ein leidenschaftlicher Angler war, jedoch aus Zeitgruenden zu wenig Gelegenheit hatte, seinem Hobby nachzukommen, hatte er immer ein paar Angelschnuere mit Haken parat.


Mit einen alten Netz, was er im Gebuesch versteckt hatte, holte er ein paar kleine Fischchen aus dem See, die am Ufer weilten. Die dienten dann als Koeder am Haken. Bevor er an die Arbeit ging, liess er die Schnuere ins Wasser und befestigte sie am Saugbagger.


Irgendwann kam dann ein Arbeiter der Firma und benachrichtigte meinen Mann, er moege zur Chefin kommen. Die haette Geburtstag und wollte einen ausgeben. Er antwortete, dass er bald kaeme. Als er wieder alleine war, holte er die Angelschnuere aus dem Wasser und staunte, als an einer ein Aal hing. Er holte ihn heraus, wusste jedoch im Augenblick nicht, wohin mit dem Fisch. In seiner Not packte er den Aal in einen Lappen und steckte ihn in seine grossen Hosentaschen der Arbeitskleidung. Dann machte er sich zu Fuss aufden Weg zur Firma, wo er auch die Loesung fuer seinen Fisch hatte. Er sollte zunaechst im Spind verschwinden.

 

 

 


Fuer Nichtangler sei erwaehnt, dass der Aal nicht nur im Wasser leben kann. Er bewaeltigt z. B. grosse Strecken durch etwas feuchtes Gras. In diesem Fall war es ein Lappen, der durch das Fangen des Fisches nicht mehr trocken war. Mein Mann kam inzwischen zum Firmengelaende, wo ihn die Chefin auch schon in Empfang nahm und er keine Gelegenheit hatte, den Aal in Sicherheit zu bringen. Es war ihr 40. Geburtstag. Sie goss jedem Mitarbeiter einen Schnaps ein und teilte Bier aus. Waehrend man sich dann zuprostete, bewegte sich der Aal in der Hosentasche unentwegt, was der Chefin nicht verborgen blieb. Sie starrte mit hochrotem Kopf auf die Hose! Wie peinlich! Es konnte ja keiner ahnen, dass an der Stelle, wo sich die Hose so deutlich bewegte, ein Aal steckte! Noch Jahre spaeter betrachtete die Chefin meinen Mann immer misstrauisch. Dieses Ereignis ist jetzt schon bald 40 Jahre her und wenn bei Familienfeiern mal wieder darueber geredet wird, bekommt die Geschichte noch heute so manch einen Lacher.Was sagt uns das? Die schoensten Geschichten schreibt das Leben selbst!

 

 

 

Ein Aprilscherz

Es ist schon viele Jahre her, als ich in einem kleinen Tanzlokal, wo nur ältere Kurgäste verkehrten, vorübergehend als Kellnerin beschäftigt war. Mir gefiel die gepflegte und freundliche Atmosphäre dort, wie auch das gute Verstehen mit dem Arbeitgeber.


Die Inhaber waren ein unverheiratetes Paar. - Der Mann hatte stets Probleme damit, weil er immer im Schatten des Geschäftes und somit des Erfolges stand, was alles über den Namen seiner Freundin, ich nenne sie mal "Frau Müller" lief. - Er machte die Arbeit - sie erhielt den Erfolg für das erfolgreiche Geschäft.


Kam da z. B. ein Vertreter oder ein Anruf: "Guten Tag Herr Müller", dann rastete er sogleich aus. Unbeherrscht rief er: "Ich heisse Meier!" ( die Namen habe ich absichtlich geändert)


Frau Müller wohnte schon viele Jahre im Ort. Man kannte sie, als sie das Lokal eröffnete. Nach einem Urlaub brachte sie den Mann mit nach Hause. Er galt bei den Einheimischen als Eindringling, der die Frau nur ausnutzen wollte! - So ist das mit der Volksmeinung eben. Ja, und dann hatte der auch noch so einen Ami-Schlitten, worauf gleich der Verdacht aufkam, dass dieser Mann auf Kosten der Frau lebte!


Die gesamte Angelegenheit war für ihn ein Reizthema. Das war absolut nicht der Fall, doch was macht man gegen eine solche Volksmeinung? - Peter, mein Chef, ignorierte das auf den ersten Blick völlig, aber es nagte an ihm.-
Eines Tages wollte sich der Gute auch einmal wichtig machen. Er rief den Vermieter des Lokals an. Die Bäume im Garten seien verwildert. Er müsse die mal schneiden lassen. Die Pacht sei so hoch, dass er wohl doch den Baumschnitt vornehmen könnte. - Der Vermieter erklärte sich auch einverstanden. Er wollte sich darum kümmern.



Ein paar Tage später stand im Garten ein versoffener Kerl, der den Garten in Ordnung bringen wollte. -
Ich kam abends zum Dienst in das Lokal, wo mich eine hochexplosive Stimmung erwartete und fragte: "Was ist denn hier los?"


Peter zeigte mir den Garten. Er sah total schrecklich aus. Der besoffene Kerl, der übrigens bei uns im Örtchen als Alkoholiker verschrieen war, hatte mit einer Kettensäge einen "Rundumschnitt" gemacht. Man sah nur noch einige Baumstümpfe, während die Äste alle im Garten verstreut lagen. -


Zuvor war der Garten richtig schön parkähnlich angelegt gewesen, wo die Kurgäste in der warmen Jahreszeit mit ihren Kurschatten heimlich schmusten. - Auf der grossen Gartenterrasse wurde auch getanzt.
Ich war gerade anwesend, als mein Chef mit dem Vermieter telefonierte und er seine ganz Wut in dieses Telefonat legte. Da flogen die Fetzen. Es war vom Verklagen die Rede und von massivem Pachtabzug und Peter schloss mit den Worten: "Lassen Sie sich etwas einfallen. Ich gebe Ihnen eine Woche Zeit!"



In den nächsten Tagen war der 1. April!! - Peter, mein Chef hatte ja immer behauptet, dass ihn keiner aufs Glatteis führen könnte. - Das probierte ich aus und es klappte von meinem Zuhause aus.



Ich rief an: "Guten Tag Herr Müller. Hier Gartenbaubetrieb Meise." (erste Gemeinheit - er hiess ja Meyer)

Sofort regte sich Peter höllisch auf, über das ewige Namenvertauschen und rief: "Ich heisse Meyer, merken Sie sich das!"


"Aber Herr M ...... äh ....eyer, warum denn gleich so heftig? Ich rufe im Auftrage Ihres Vermieters an. Sie sollen da kleinere Probleme mit dem Garten haben. Schilderen Sie mir doch bitte die Problemchen kurz und ich werde zusehen, was ich für Sie tun kann."


Peter schilderte mir dann alles mit einem unglaublichen Redefluss. Man merkte, dass er sich von Satz zu Satz mehr in Erregung steigerte. Ich dachte, der hört überhaupt nicht mehr auf, musste nur über seinen rheinländischen Dialekt schmunzeln und sah schon sein Gesicht vor mir. Der merkte nicht, dass ich die Anruferin war.


Ich bot ihm dann absichtlich unglaubliche Vorschläge an, in der Hoffnung, dass er kapierte, dass er verarscht wurde. - Nein, er merkte nicht, dass es sich um einen Aprilscherz handelt.


"Ja, Herr Müller, ach Herr Meyer, sind Sie denn der Pächter des Lokals?"


"Nein, meiner Freundin gehört das Objekt!"


"Ach, dann kann ich ja nicht einmal mit Ihnen verhandeln. Könnten Sie mich bitte mit der Frau Müller verbinden, der Pächterin?" (gemein, nicht?)


"Die ist krank. Ich bin der Geschäftsführer und mit mir wird verhandelt." (stimmte nicht, aus gewissen Gründen erschien sein Name nirgendwo)


"Haben Sie denn die abgeschnittenen Äste noch im Garten liegen oder haben Sie die schon entsorgt?"


Erneuter Wutausbruch von Peter folgte: "Ich werde doch wohl nicht den Mist hier noch beseitigen."


"Herr Meyer......... äh Herr Müller .............. "


Peter brüllte ins Telefon: "Ich heisse Meyer!"


"Ach ja, entschuldigen Sie bitte, die Namen sind zum Verwechseln ähnlich. Aber jetzt lassen Sie uns doch mal das Wesentliche besprechen und verhindern Sie doch nicht dauernd eine Lösung wegen des Namens. Oder wollen Sie keine Lösung mehr?"


"Natürlich will ich das und ich möchte das dem Vermieter raten, die auch zu finden."


"Na sehen Sie, da sind wir schon mal einer Meinung. - Es gibt da so verschiedene Verfahren. - Wir könnten einmal die Äste mit Draht anbinden und vielleicht ein paar künstliche Äpfel anbinden!"


"Sie sind genau so ein dämlicher Idiot, wie der Vermieter auch. Sie stecken wohl mit ihm unter einer Decke." (ganz liebliche Sätze folgten)


"Nein, Herr Meyer, sehen Sie, jetzt habe ich auch Ihren Namen behalten, ich bin ganz auf Ihrer Seite. Lassen Sie mich bitte ausreden. - Wir könnten auch künstlichen Flieder an die Äste binden, natürlich nur mit Aufpreis, an dem Sie sich dann beteiligen müssten."


Ein Gewitter meines Chefs folgte und ich sah ihn vor Augen. Was musste ich mir das Lachen verbeissen. Tränen rollten mir schon herunter. Ich wollte es auf die Spitze treiben, bis er selber darauf kam, dass er einem Aprilscherz erlegen war.


"Ja, Herr Müller, ach Herr Meyer, Sie tragen aber nicht viel zu einer Lösung der Angelegenheit bei und sind nicht kompromissbereit. Wir hätten natürlich auch noch andere Möglichkeiten, die man sich aber aus Kostengründen sehr gut überlegen muss. - Könnten Sie nicht mal eine Skizze von dem Garten machen? Länge und Breite und wo im Einzelnen die Bäume stehen. Dabei kommt es nicht auf 5 cm an. Nur damit wir einen Überblick haben, was man tun könnte. Ihr Vermieter hat ja auch nicht so viel Geld übrig."


"Was, der hat kein Geld? Das ist der reichste Kerl hier in der Stadt. Der kassiert und kassiert nur und macht nichts sonst. Und ich soll den Garten auch noch ausmessen. Ich bin doch kein Idiot!"


"Ja, ich höre schon, es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als neue Bäume zu pflanzen. - Wir haben da gerade günstige Setzlinge im Angebot. In 10 - 15 Jahren sind die auch so gross, wie die Bäume, die jetzt abgeschnitten wurden."


"Ich will keine Setzlinge, sondern richtige Bäume. Glauben Sie denn, ich bliebe noch 10 oder 15 Jahre hier?"


"Für grosse Bäume zu pflanzen, reicht die Summe, die der Vermieter zur Verfügung stellen will, nicht aus, zumal die alten Bäume ja auch dann heraus müssen. Ich mache Ihnen den Vorschlag, die alten Baumstümpfe schon mal auszugraben, so als "Eigenleistung". Dann kann ich mit dem Vermieter verhandeln, wieviel Geld noch für eine Neupflanzung von Bäumen genehmigt wird."


Erneuter Protest mit Beschimpfungen, doch der Peter war sehr geduldig. Er wollte sich einmal durchsetzen. Die Baumstümpfe wollte er nicht ausgraben! - Meine Güte, ich lache noch heute beim Schreiben und den Erinnerungen, die ich heute in meinen Unterlagen fand. -


"Na gut, dann muss da ein Bagger ran. Kann ich Ihrem Vermieter denn wenigstens mitteilen, dass Sie sich an den Baggerkosten beteiligen, damit die Summe nicht so hoch wird?"


"Ich bezahle überhaupt nichts. Kommen da keine neuen Bäume hin, werde ich die Pacht rigoros kürzen. Das teilen Sie dem Vermieter mal mit."


"Kommen wir denn mit dem Bagger problemlos in den Garten?" ( ein schmaler Fussweg führte da hin)
"Nein, da passt kein Bagger rein!"


"Ach Herr Müller, bei Ihnen häufen sich aber auch die Schwierigkeiten. Was machen wir denn dann? Ihr Vermieter hat sich erst kürzlich seine Villa erbaut. Der hat nicht mehr viel Geld, um auch noch Mauern einzureissen, damit Sie zufrieden gestellt werden. Etwas können Sie uns doch auch entgegen kommen."


"Reissen Sie von mir aus die Mauer zum Nachbargrundstück weg. Es ist mir völlig egal." (Peter wurde sehr mutig)


"Ach Herr Müller, mit Ihnen kann man sich wohl nicht einigen. Da müsste ich doch einmal mit der Vertragspartnerin, Ihrer Freundin, Kontakt aufnehmen. Vielleicht ist die entgegenkommender. Sie bekommen Nachricht von Ihrem Vermieter, mit dem ich mich gleich in Verbindung setzen werde."


"Ich heisse Meier, merken Sie sich das!"

Ich legte den Hörer auf. Mein Hals war ganz trocken und die Tränen rollten mir über das Gesicht.


Abends ging ich zum Dienst: "Peter, hattest Du einen Anruf vom Gartenbaubetrieb Meise?"


"Woher weisst Du das denn schon wieder?"

Meine Beichte folgte und ich schloss ab: "Peter, und Dich kann keiner am 1. April reinlegen? Das klappte aber ganz schön lange."

Er meinte, da hätte er nicht dran gedacht. - Übrigens war er mir nicht böse über meine Meisterleistung. Er versprach mir Rache. Zuvor hatte er es mal bei mir probiert, als er sich von der Telekom ausgab und ich mein Anschlusskabel mal nachmessen sollte. Das würde für die Unterlagen gebraucht. - Ich sagte: "Peter, das ist 5 m lang!"
Natürlich hat mir sein rheinischer Dialekt verraten, wer da am Telefon war.


Was aus dem Garten wurde, weiss ich nicht. Ich glaube, dass nichts mehr daran gemacht wurde. Irgendwann schlugen die Bäume vermutlich wieder aus, die Pacht wurde evtl. zwischenzeitlich gekürzt. Ich hatte eine andere Stelle angenommen und konnte das nicht mehr verfolgen, war auch umgezogen.
Vergessen habe ich diesen Streich allerdings nicht mehr!

Für schöne Streiche hatte ich schon immer ein Faible.

 

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