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Nun aber zum Klopapier


Obwohl einem um das Thema Klopapier kaum etwas zu Schreibendes einfällt, habe ich noch schlummernde Gedanken in meinem Kopf gespeichert.

Dazu fällt mir doch was Lustiges ein, was ich vor langer, langer Zeit erlebte.

Also, ich arbeitete relativ kurze Zeit in einem privaten Altenheim. Dort sollte ich die Chefin vertreten, damit die mal entlastet würde. Was da genau auf mich zukam, war mir zu Beginn nicht ganz klar. Aber ich konnte in einigen Tagen nichts mehr übersehen. Es herrschte dort ein totales Chaos.

Nebenbei bemerkt: Das Haus, die Patienten, die beschäftigten Mädchen und die Krankenschwester, wie auch die Besitzer - gibt es schon lange nicht mehr! Darum plaudere ich auch nichts aus, was irgendwem Nachteile brächte.

Die Besitzerin - frühere Friseuse - hatte immer starke Beruhigungspillen in ihrer Kitteltasche und verteilte die nach Belieben. Da sie sich auch gerne mal einige Gläschen Likör gönnte, erhielten etliche Bewohner, wenn sie brav waren, abends auch ein Schnäpschen - meist einen Klaren. (weil der ja gesünder sei!)

Der Besitzer war eigentlich ganz ok, war ein Kaufmann, aber er wurde von seiner Frau und der Belegschaft gemobbt!

Es gab eine Krankenschwester dort - eine aktive Alkoholikerin und Tablettensüchtige. Einzelheiten erfuhr ich später über die Dame, weil man sie von einer Klinik entlassen hatte.

Drei junge Mädchen, die zum Putzen und Bettenmachen anwesend waren, stammten aus einem Heim für "schwer erziehbare Jugendliche". Sie waren frech und liessen sich nichts sagen. Das waren "Umsonstarbeitskräfte", für die es auch noch Geld gab, wenn man sie einstellte.Sie wohnten auch in dem Haus.

Und die Patienten? - Sie kamen aus dem Ruhrgebiet, die alle keine Angehörigen mehr hatten. Das dortige Sozialamt, wo ein Verwandter der Besitzer in leitender Stellung tätig war, der schickte alles in dieses Chaos - Altenheim, wo ich auch kurze Zeit weilte.

Und nun komme ich zu Hermann, der dort weilte. Mir fielen seine merkwürdigen Proportionen auf, aber noch mehr. Er konnte herumlaufen und war wohl leicht beschränkt, aber sonst ein braver Bewohner.
Beim Durchgehen der Räume fiel mir auf, dass überall Klopapier fehlte. Ich teilte das den Mädchen mit. Sie sollten das wieder auffüllen. Es war dann im Speiseraum, wo sie sich lautstark äusserte.

"Das hat sich Hermann wohl wieder um seinen Allerwertesten gewickelt." Dann ging sie auf Hermann zu und befühlte seinen dicken Arsch, der wiederum laut brüllte: "Nein, ich habe kein Klopapier geklaut!" Das junge Mädchen setzte ihm jedoch ordentlich in einer vulgären Ausdrucksweise zu!

Ich wollte die Angelegenheit mit dem Klopapier nicht während des Essens eskalieren lassen und sah mich gezwungen, den Hermann auf sein Zimmer zu begleiten. Dort fand ich auch den Grund des fehlenden Klopapiers. Hermann hatte alles in seinen Schränken gehortet.

Dann kam auch das Mädchen zur Türe herein und verteidigte sich: "Der Hermann klaut immer überall das Klopapier und umwickelt sein "Unterteil" damit, (sie nannte das ganz anders!) damit er nicht so viel für die Wäscherei bezahlen muss. Und wiederum griff sie ihm an und in die Hose, um mir ihre Sicht der Dinge zu beweisen. Hermann wehrte sich und schrie: "Laßt mich in Ruh!"

Eine missliche Lage! Ich konnte weder dulden, dass das wütende Mädchen am Hermann herumzerrte, aber ich musste auch den Klopapierklau beenden! - Während ich noch ratsuchend dastand, hatte das Mädchen dem Hermann die ganze Hose herunter gezogen, samt Unterhose und man sah nur noch Klopapier. Wie der da stand - ich werde den Anblick nie mehr vergessen! Sie wickelte alles am Hermann ab und entsorgte die grossen Mengen.

Das war noch relativ lustig, wenn ich da heute drüber schmunzele. In den kommenden Tagen spitzte sich jedoch alles zu, als ich viele Geheimnisse hinterblickte.

Die Besitzerin kochte, Rotkohl mit Gulasch - alles mit fettem Speck angereichert. So lobte sie sich auch selber. "Die Kranken benötigen kräftige Kost."

Zwei Tage zuvor war eine aus dem Krankenhaus gekommen, wo die Nieren fast nicht mehr arbeiteten und die ganze Person mehr tot als lebendig aussah. Zufällig bekam ich mit, wie die Krankenschwester diese Frau mit Rotkohl und Gulasch füttern wollte. Sie hatte sich schon übergeben. Der Rotkohl war auf dem weissbezogenem Bett gut sichtbar.

Der Arzt hatte mir vorher schon mitgeteilt, dass die Frau nur mit einer Magensonde ernährt werden müsste. Nun war ich nicht mehr bereit, solche Zustände mitzutragen. Die Krankenschwester hatte der Chefin nämlich mitgeteilt, diese halbtote Frau sei so böse und hätte absichtlich die teure und kostbare Bettwäsche bekotzt!

Ich war dann auf einmal die Böse. Alle hielten zu der irren Krankenschwester und zur Chefin - aber alle gegen mich! Ich war auch nicht bemüht, mich mit solchen Personen irgendwie zu versöhnen und zu einigen. Meine Chancen waren gegen Null, dass ich mich beim Gesundheitsamt beschweren könnte. Der Spiess würde umgedreht!

Ich schrieb einen Brief, worin ich erwähnte, dass ich in diesem Hause nicht mehr arbeiten könnte. Den Brief gab ich jedoch persönlich ab und schilderte dem Chef die ganzen Zustände. Ich kündigte fristlos, erwartete jedoch eine 3-monatige Weiterbezahlung, andernfalls Anzeige beim Gesundheitsamt!

Der Chef unterstützte mich, nahm meine Kündigung an und ich erhielt noch 3 Monate mein Geld weiter. N u r - das Haus gab es ohnehin nicht mehr lange. Es wurde abgerissen und ein Neubau kam dafür dahin.

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