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Die Mafia wäre stolz gewesen

Eric Margolis

Der US-Drohnenangriff auf den Flughafen von Bagdad, der Irans Oberbefehlshaber, General Qassem Soleimani, und einen hochrangigen Führer der irakischen Schiitenmiliz tötete, hat den Mittleren Osten in Brand gesteckt. Die Trump-Administration, die das Attentat autorisierte, nannte es einen "Präventivschlag". Der Iran brandmarkte es als "glatten Mord".

Soleimani war die zweitmächtigste Figur des Irans und eine nationale Ikone. Er leitete die Quds Force, den Elitezweig der iranischen Revolutionsgarden, ein wichtiger Akteur in Syrien, Irak, Libanon und der Golfregion. Soleimani war auch der fähigste, intelligenteste und effektivste militärische Führer in einer Region mit drittklassigen Generälen.

Der 62-jährige General hat sich im langen Irak-Iran-Krieg, im schmutzigen Krieg im Libanon und bei den Operationen im Irak profiliert. Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der ultra-radikalen Bewegung des islamischen Staates im Irak, wobei er mit den USA zusammenarbeitete. Soleimani half, das Blatt der Schlacht in Syrien zu wenden und die Regierung Baschar Al-Assads zu retten.

Als Ergebnis seiner Erfolge auf dem Schlachtfeld und in der Politik erwarb sich Soleimani die Feindschaft der USA, Israels und der US-Medien. Es wurden so viele Attentate auf ihn verübt, dass der geistliche Führer des Iran ihn als "lebenden Märtyrer" bezeichnete.

Sein Glück verließ ihn diese Woche, zweifellos als Folge eines Geheimdienstlecks im Irak. Sein Konvoi von zwei Wagen wurde durch US-Raketenangriffe verbrannt. Neben Soleimani wurde auch ein Führer der irakischen Schiitenmiliz durch den US-Angriff getötet, ebenso wie zehn weitere hochrangige irakische und iranische Mitarbeiter.

Präsident Trump nahm stolz die Lorbeeren für die Autorisierung des Attentats, eine dreiste Verletzung des Völkerrechts, entgegen. Für Trump wird der Mord seine Position bei den republikanischen/evangelikalen Wählern in den diesjährigen Wahlen stärken und sein gefälschtes "tough guy"-Image fördern - dies bei einem Mann, der sich wiederholt dem Militärdienst der Vietnam-Ära entzog und ein Ende der amerikanischen Nahost-Kriege forderte.

Irans vorsichtige Führung mag zögern, für diesen Mord direkt zurückzuschlagen. Teheran könnte eine indirekte Methode der Rache wählen, um zu vermeiden, Washington den Grund für einen Angriff auf den Iran zu liefern, den es seit zwei Jahren sucht. Die US-Streitkräfte sind über den Mittleren Osten verteilt und somit leichte Ziele.

Israel juckt es schon lange, Irans nukle are und militärische Einrichtungen anzugreifen. Das ausgezeichnete neue Buch 'Rise and Kill First' des israelischen Autors Ronen Bergman beschreibt ausführlich die lange Geschichte der israelischen Attentate auf palästinensische Führer und Militante. Frei nach dem Stalin zugeschriebenen berühmten Sager: 'Kein Mann, kein Problem'.

Ein großer Teil der palästinensischen Führung - vor allem der intelligenteste und moderateste - wurde von israelischen Killerkommandos getötet, so dass in den Worten Israels "niemand übrig blieb, mit dem man verhandeln konnte".

Israels entscheidender Einfluss auf die Trump-Administration bedeutet, dass die USA die gleiche Tötungspolitik vollständig übernommen haben. Trump hat jetzt vielleicht den Krieg mit dem Iran, nach dem er sich so offensichtlich sehnt und den Israel und Saudi-Arabien wollen. Jede iranische Vergeltung wird von der Regierung und ihren Medienkriechern als "Terrorismus" gebrandmarkt werden.

General Qassem Soleimani war im Begriff, Präsident des Iran zu werden. Er wurde weithin für seine Weisheit, seinen religiösen Glauben und seine kluge Diplomatie respektiert. Jetzt wurde er ausgeschaltet. Trumps rücksichtslose Politik mag seiner eigenen Wiederwahl helfen, aber sie macht es auch viel wahrscheinlicher, dass die USA immer tiefer im Morast des Mittleren Ostens versinken werden.

Amerika hat schon immer die lästigen Führer des Mittleren Ostens dämonisiert, die sich weigerten, sich ihrem Gesetz zu unterwerfen. Die komplexen Probleme der Region wurden zu Zeichentrickfiguren vereinfacht, die als 'böse Jungs' oder 'Terroristen' bezeichnet wurden. Denken Sie an Irans Mossadegh, Nasser, Assad, Arafat, Khomeini, Ahmadinedschad, Saddam Hussein, Erdogan und in letzter Zeit Soleimani. Bestimmt werden noch weitere auftauchen.

erschienen am 4. Januar 2020 auf > www.ericmargolis.com

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