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Schnäppchenjäger vs. Bauern 

Das Problem ist die deutsche Billig-Kultur

 

Tausende Trecker rollen durch die Hauptstadt. Die deutschen Bauern sind sauer auf die Politik. Für ihre Misere sind jedoch Millionen deutscher Schnäppchenjäger viel eher verantwortlich.

Netto hat gerade wieder ein Superschnäppchen im Fleischregal: 500 Gramm fein zerhäckseltes Schweinefleisch für 1,69 Euro. "Preise zum Abfeiern", schreibt der Discounter in seinem Prospekt. Das Fleisch komme aus Eberswalde in Brandenburg, steht daneben, vom "Gut Ponholz". Schweine, die auf einem Gutshof aufwachsen, mag der Verbraucher denken, können es ja nicht so schlecht haben. Einzig, das "Gut Ponholz" gibt es weder in Eberswalde noch sonst irgendwo, es ist eine Marketing-Erfindung von Netto. Was es in Eberswalde aber sehr wohl gibt, ist eine der größten Schlachtfabriken Deutschlands.

 

Das-Problem-ist-die-deutsche-Billig-Kultur

Den deutschen Verbrauchern eine Schuld für die Zustände zu geben, ist zu gering durchdacht.

In unserem Lande war alles so geregelt, dass Lebensmittelkontrollen, dass Tierschutzgesetze und die Arbeit in Schlachthöfen auch korrekt durchgeführt wurden. Es bestand ein Vertrauen in unsere Regierung. -

Es folgte dann die Umstellung von der DM auf den Euro. Die Preise fielen automatisch viel kleiner aus, als die in DM. Somit fiel es auch kaum einem Käufer auf, wenn dafür geringe Kosten angeboten wurden. Für die meisten Käufer war das Produkt Fleisch = Fleisch, ohne andere Gedanken daran zu verschwenden.

Mir persönlich fiel irgendwann ein Geschmacksunterschied auf. Auch bei der Zubereitung von Fleischmahlzeiten gab es oft Probleme. Ich mochte Fleisch nicht mehr! Wenn ich daran dachte, welche Düfte von einem Braten ausgegangen waren, den ich jahrelang zubereitete, heute stattdessen schon beim Anbraten der Topf voller Wasser stand, das verdarb mir den Appetit.

Wenn ich irgendwo eingeladen wurde, man grillte, dann bemerkte ich, dass das Fleisch meistens von scharfen oder würzigen Sossen überzogen war. Ja klar, dann merkt man auch vom Fleischgeschmack nicht viel. Vielleicht hat man aus der Gewohnheit heraus Fleisch gekauft und nicht wegen des Geschmacks.

Das oben erwähnte Gehackte, was da spottbillig angeboten wird, das ist nicht mehr mit dem früher angepriesenem Gehackten vergleichbar. Wenn es nicht zuvor eingefärbt wurde, ist es ziemlich fahl in der Farbe. Und es gibt reichlich Tricks, dieses Fleisch so zu manipulieren, damit es zu einem billigen Fleisch angeboten werden kann. 

Und wer setzt dann die Preise fest? Es sind bestimmt nicht die Kunden, sondern die grossen Handelsketten, die jede Menge Umsätze machen wollen. Die Märkte werden direkt von ihnen beherrscht.

Die Verbraucher werden getäuscht. Im Vertrauen kaufen sie die Ware, in der Hoffnung, dass ja alles ordentlich abläuft. Nur in dieser Hinsicht geschieht kaum noch etwas. Es beginnt bei den Tieren in den Ställen und es endet in den Schlachthöfen. Überall wird dran gespart - auch zum Nachteil des Tierschutzes und der Umwelt. Man kann ja nicht einmal mehr kontrollieren, woher das Fleisch kommt, was da angeboten wird. Manchmal gibt es wohl Hinweise, aber es kann auch daran liegen, dass das lediglich in Deutschland verpackt wurde.

Es liegt so viel im Argen, dass es den Verbrauchern kaum möglich ist, irgendetwas gezielt zu kontrollieren und dann zu kaufen!

Nun gelange ich noch zu den wesentlichsten Argumenten, wie es zu den Billigkäufen kam. Man hat es uns doch nicht angesagt, dass wir auf einmal von chinesischen Billigwaren überschwemmt wurden. Die Arbeitslöhne wurden abgesenkt, die Bedingungen wurden schlechter. Man bereitete alles darauf vor, dass sich die deutsche Wirtschaft in der globalen Welt behaupten konnte.

Mit immer weniger Einkommen konnten die Menschen auch immer weniger einkaufen, zumal alle Abgaben bezahlt werden mussten. Ich glaube, dass es zu der Zeit begann, wo sich kaum noch einer Gedanken über Billigfleisch machte. Man kaufte einfach! Jeder hatte mit sich selber zu tun. Die meisten hatten Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und das Schreckgespenst "Hartz4" stand über allem.

Unser ehemaliger BASTA-Kanzler - SPD - hat sich doch dafür gelobt, einen so riesigen BILLIGLOHNMARKT in Täuschland geschaffen zu haben. Sinkt die Kaufkraft der Bürger, äussert sich sehr viel NEGATIV. Das bekamen auch die Bauern zu spüren.

Dann erfand man auf einmal die Elite-Produkte - BIO-FLEISCH und BIO-GEMÜSE - wie sonst alles in BIO. Das waren dann die verteuerten Produkte der Bauern. Natürlich kam das aus den gleichen Ställen und gleichen Äckern, mit leicht verbesserten Tierhaltungen und Befindlichkeiten der Böden. Man hatte da etwas abgeändert, aber nicht viel. Dafür waren die BIO-Produkte teurer. Aber auch BIO war nicht nur BIO. Ausser einem Schild, wo es mit BIO ausgezeichnet war, erkannte man keine Unterschiede. Und BIO kam auch aus allen Ländern der Erde. Man konnte es nicht anhand unserer Bauern erkennen, die man hätte unterstützen wollen. 

Die Kartoffeln aus FERNOST wurden hier in Deutschland neu verpackt und erhielten dann das DE-Produkt aus heimischem Anbau. So ging das mit vielen Dingen!

In der Politik denkt man ja nur an die grossen Konzerne - nicht an die Bauern und nicht an die Massen!

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