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Venedig ist nicht Opfer einer Naturkatastrophe, sondern der Gier

 

Das Hochwasser in Venedig hat wenig mit dem Klimawandel zu tun. Es ist das Ergebnis einer allzu gierigen Politik. Desinformationskampagnen haben in Venedig eine lange Tradition. Eine Einwohnerin berichtet.

Die Hochwassersirene klingt, als würde sie vor einem Bombenangriff warnen. Ein Sirren wie eine Kreissäge, ein heller Ton, der in das Ohr eindringt wie ein sich langsam steigernder Tinnitus, der hoch und metallisch den Ausnahmezustand ankündigt. Wenn sich die Kreissäge viermal steigert, wissen wir, dass ein „außergewöhnliches Hochwasser“ bevorsteht, mehr als 1,40 Meter, wodurch 90 Prozent von Venedig unter Wasser stehen, das in unserer Eingangshalle – günstigstenfalls – bis zum Knie reicht. In den dreißig Jahren in Venedig habe ich mich an den Ausnahmezustand gewöhnt, nicht aber an die Apokalypse, die sich seit einer Woche abspielt: auf Knien rutschend versuchen wir hier unsere Existenz zu retten. Und müssen dabei auch noch den blanken Hohn ertragen, der uns entgegenschlägt, wenn die politische Klasse, die für Zerstörung der venezianischen Lagune verantwortlich ist, etwas von „bürokratischen Problemen“ faselt, die verhindert hätten, dass Venedig effektiv vor dem Hochwasser geschützt wird.


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Ich habe Venedig als junge Frau - etwa 1964 - als enttäuschenden Urlaubsort erlebt, wo alles moderig war. Die Kanäle dienten als Müllabfuhr, als Kanalisation und alles stank. Die Gebäude sahen alle wie baufällig aus. Nur der Markusplatz und seine historischen Gebäude strahlten. Dafür bescherten die Tauben einem Grüsse aus der Luft.

Ich war seinerzeit echt froh, Venedig verlassen zu können. Für die Rückkehr weigerte ich mich, in eine Gondel einzusteigen. Der Anblick von Toiletten- und Essensresten, die in der grossen Mittagshitze einen Gestank abgaben, liess mich lieber durch die schmalen Gassen 7 km laufen, bis zu unserem Auto. Das werde ich nie vergessen. Als ich dann später erfuhr, dass das ein Ziel von vielen Hochzeitsreisenden sei, konnte ich die Leute nicht begreifen. Mit den Jahren erfuhr ich jedoch, dass sich alles besserte. Trotzdem wollte ich nicht mehr dahin.

Man konnte damals sehen, wie weit die Bauwerke schon verrottet waren, durch erhöhte Wasserstände. Das Meer hat doch einen direkten Zugang durch die Lagune - auf die Kanäle in Venedig. Wenn man lieber die riesigen Tanker und die Kreuzfahrschiffe in die Nähe der Sehenswürdigkeiten von Venedig fahren lässt, man zu dem Zweck einen Tiefgang der grossen Schiffe auch noch ermöglicht, der lässt zu, dass Venedig überspült wird.

Man konnte im Fernsehen beobachten, dass sich die riesigen Kreuzfahrschiffe direkt in die Lagune hineinquetschen müssen, in Millimeterarbeit. Warum das? Alle Urlauber haben Zeit. Zur Not können sie auch mit kleineren Booten zu ihrem Ziel gelangen.
Die Urlauber fotografieren, filmen, gucken und dann kehren sie wieder auf ihr grosses Schiff zurück. Sehr viel hat Venedig nicht davon.

Und das liegt nicht am Klimawandel, wie man das immer so fälschlich darstellt.

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