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Explodierende Mietpreise

 

Dem Ehepaar Atorf in Stuttgart droht der Auszug, nachdem sie seit gut 50 Jahren in ihrer Wohnung leben. Die unglaubliche Geschichte, die sich hier abspielt, ist ein Albtraum für jeden Mieter. Die Kaltmiete für die 60 Quadratmeterwohnung soll um 700 Euro steigen: von sieben auf 19 Euro pro Quadratmeter.

"Wir haben eine Modernisierungsankündigung vom neuen Hausbesitzer bekommen, der das Haus letztes Jahr gekauft hat. Jetzt wird die Miete so stark steigen, dass wir uns das nicht mehr leisten können", sagt Jürgen Atorf.

Die Schwäbische Bauwerk GmbH, der neue Vermieter der Atorfs, hat im Jahr 2018 Modernisierungen von rund 850.000 Euro angekündigt. Die Bewohner halten viele der Renovierungen für überflüssig, manche seien bereits in Eigenregie gemacht worden. Ein Teil der Kosten darf dennoch ganz legal auf die Mieter umgelegt werden.

Doch das Ehepaar Atorf will nicht ausziehen und kämpft. Hilfe erhalten sie vom Stuttgarter Mieterverein. Die Atorfs haben Glück. Das Immobilienunternehmen verkauft das Haus weiter, damit sind die dramatischen Mieterhöhungen wohl vom Tisch, dürfte die Miete um maximal 180 Euro steigen. Denn seit 2019 gilt eine neue Kappungsgrenze.

Explodierende Mietpreise

Die Atorfs sind kein Einzelfall. Immer mehr Geld flutet den Wohnungsmarkt, treibt die Preise nach oben. Allein 2018 flossen mehr als 250 Milliarden Euro in den Kauf deutscher Gebäude. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Wert der Wohnimmobilien in vielen Städten verdoppelt – sind die Mieten bundesweit um 50 Prozent, in Berlin sogar um gut 70 Prozent gestiegen. Wie lässt sich die Explosion der Mietpreise stoppen? Was läuft schief?

"Wir haben angespannte Wohnungsmärkte mit sehr vielen Wohnungen für viele, die sehr viel Geld haben und ganz wenig Wohnungen für Menschen, mit den kleineren und mittleren Einkommen, die weniger Geld haben", sagt Barbara Steenbergen vom Internationalen Mieterbund.

Experten sagen, die Miete solle nicht mehr als ein Drittel des Netto-Einkommens übersteigen. Vielerorts müssen Mieter aber deutlich mehr von ihrem Einkommen für die Miete aufwenden. In Berlin zahlen Familien bei Neubauwohnungen im Schnitt 41,3 Prozent ihres Einkommens für eine Drei-Zimmerwohnung – kalt. In Leipzig liegt die Mietbelastung durchschnittlich bei 37,5 Prozent. Praktisch alle deutschen Großstädte sind mittlerweile zu teuer für Normalverdiener. Zum Vergleich: im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt bezahlt eine Familie für die gleiche Wohnung nur gut ein Zehntel ihres Einkommens.

Immobilienbesitzer bleiben oft anonym

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