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Amerikas Banalität des Bösen

Jacob G. Hornberger

Jeder fragt sich, ob Präsident Trump am Ende die Vereinigten Staaten in einen Krieg mit dem Iran verwickeln wird. Er selbst hat gesagt, dass er für einen solchen Krieg "schussbereit" ist, was bedeutet, dass er jederzeit bereit ist, seiner Armee zu befehlen, mit der Bombardierung des Landes zu beginnen.

Die Realität ist, dass Trump während seiner gesamten Präsidentschaft Krieg gegen den Iran geführt hat. Sein Krieg besteht aus Wirtschaftssanktionen, deren Ziel es ist, die iranische Bevölkerung, einschließlich Kinder und ältere Menschen, zu verarmen und zu töten, um das iranische Regime seinem Willen zu unterwerfen oder es von der Macht zu verdrängen und durch ein pro-amerikanisches Regime ersetzen zu lassen.

Viele Amerikaner betrachten Sanktionen nicht als Kriegswaffen. Das liegt daran, dass sie so gutartig aussehen. Schließlich sind es nur Regeln und Vorschriften. Was ist das Besondere daran, oder? Es fallen keine Bomben. Keine Truppen dringen ein und besetzen den Iran. Keine Schießereien. Keine Folterungen. Keine Abu Ghraibs. Nur ökonomische Regelungen, die blind und brutal von Trumps loyalem bürokratischem Personal in der Bundesregierung sowohl zivil als auch militärisch durchgesetzt werden.

Tatsächlich sind Sanktionen nicht wirklich eine Kriegswaffe, sondern eine dem Terrorismus ähnliche Waffe. Das liegt daran, dass sie nicht, wie Krieg, auf feindliche Truppen abzielen, sondern auf die Zivilbevölkerung eines Landes als Mittel zur Erreichung eines politischen Ziels.

Das ist es, was auch Terroristen tun. Sie töten auch unschuldige Zivilisten, um ein politisches Ziel zu erreichen. Terrorismus und Sanktionen sind die Waffen des Feiglings, denn die Zivilisten, gegen die sie sich richten, haben keine wirkliche Möglichkeit, sich gegen eine Selbstmordbombe oder gegen Wirtschaftssanktionen zu verteidigen.

Was würden Sie tun?

Versetzen Sie sich in die Lage einer irakischen Familie. US-Sanktionen haben dazu geführt, dass Ihr Unternehmen untergeht. Sie und Ihr Ehepartner haben Ihre Ersparnisse aufgebraucht. Sie haben Ihr gesamtes persönliches Vermögen und Ihre Erbstücke verkauft. Die Wirtschaft geht in die Binsen. Sie haben drei Kinder, die hungrig und krank sind.

Was machen Sie? Was können Sie tun? Wenn Sie Vergeltung üben, indem Sie einen terroristischen Angriff auf, sagen wir ein US-imperiales Schiff, das die Gegend besucht auslösen, werden Sie als "Terrorist" bezeichnet und entweder getötet oder in das Gefangenenlager, Folterzentrum und "Justizsystem" des Pentagons und der CIA in Guantanamo Bay, Kuba, verschleppt, um in 20 Jahren vor ein Militärgericht zu kommen.

Tötung irakischer Kinder zwecks Regimewechsel

Natürlich ist es nicht das erste Mal, dass die US-Regierung Sanktionen als Instrument der Außenpolitik einsetzt. Die US-Regierung benutzte sie gegen den Irak, als sie versuchte, den irakischen Diktator Saddam Hussein durch einen pro-amerikanischen Diktator zu ersetzen. Ironischerweise war Saddam ein enger Partner und Verbündeter der US-Regierung gewesen, war aber später bei der US-Regierung in Ungnade gefallen.

Während des Golfkriegs zielte das US-Militär bewusst auf die Wasser- und Kläranlagen des Irak und wusste, dass dies unweigerlich zu Krankheiten in der irakischen Bevölkerung führen würde. Dann, während der 90er Jahre, erzwangen Bundesbürokraten in der Clinton-Administration ein brutales Sanktionssystem, das nicht nur eine dezimierte Bevölkerung weiter verarmte, sondern auch irakische Beamte daran hinderte, diese ausgebombten Wasser- und Kläranlagen zu reparieren.

Die Sanktionen gegen den Irak haben Hunderttausende irakischer Kinder getötet, sowohl durch Unterernährung als auch durch Krankheit. Den US-Beamten war das völlig egal. Alles, worauf es ankam, war ein Regimewechsel. Eine beliebige Anzahl von Todesfällen in der Zivilbevölkerung wird als gerechtfertigt angesehen, wenn es darum geht, das politische Ziel eines Regimewechsels zu erreichen. In dem, was nur als besonders perverse Banalität des Bösen bezeichnet werden kann, gaben US-Politiker und -Bürokraten tatsächlich Saddam die Schuld an den Toten und sagten, dass er die tödlichen und zerstörerischen Sanktionen jederzeit aufgehoben haben könnte, wenn er wollte, indem er einfach das Amt aufgab und einen pro-amerikanischen Diktator an seine Stelle setzte.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Madeleine Albright brachte die offizielle Sichtweise der politischen und wirtschaftlichen Elite Washingtons, D.C., zum Ausdruck, als sie in der Sendung Sixty Minutes sagte, dass der Tod einer halben Million irakischer Kinder, obwohl schwierig, "es wert" sei.

Unsere "Freiheit und Werte"

Lassen Sie mich Ihnen sagen, was der politisch elitäre Haufen in Washington, D.C., sagen wird, wenn der Iran beschließt, endlich gegen US-Ziele oder US-Verbündete als Reaktion auf den Tod und die Zerstörung zuzuschlagen, die Präsident Trump und seine bürokratischen Kohorten im Pentagon, der CIA, dem Außenministerium und dem Finanzministerium angerichtet haben und weiterhin über das Volk des Iran bringen.

Sie werden den gleichen Unsinn spucken, den Präsident Bush und seine Kohorten der nationalen Sicherheit nach den Anschlägen vom 11. September ausgerufen haben - dass der Iran Amerika wegen seiner "Freiheit und Werte" einfach hasst, uns ohne Grund angegriffen hat und dass es jetzt für die US-Regierung erforderlich ist, einen weiteren Krieg der Vergeltung und Rache auszulösen, einen Krieg, der hoffentlich einen pro-amerikanischen Diktator im Iran wiederherstellen wird, einen ähnlich dem Schah, den die CIA 1953 an die Macht brachte und der absichtlich das demokratische System des Iran zerstört hat.

Was es braucht: eine nationale Gewissenskrise

Was ist notwendig, um diesen schrecklichen wirtschaftlichen Terrorismus zu stoppen? Eine Gewissenskrise unter dem amerikanischen Volk, besonders unter denen, die jeden Sonntag in die Kirche gehen. Eine kritische Masse von Amerikanern muss endlich zu der Erkenntnis kommen, dass das Töten unschuldiger Menschen, insbesondere mit dem Ziel, ein politisches Ziel zu erreichen, moralisch falsch ist und gegen die Gesetze Gottes verstößt, auch wenn dies durch den wirtschaftlichen Terrorismus von Sanktionen geschieht. Wenn und falls eine kritische Masse von Amerikanern diese Gewissenskrise erlebt, wird Amerikas Banalität des Bösen zu einem Ende kommen.

erschienen am 27. Soptember 2019 auf > Future of Freedom Foundation >
 Artikel von Jacob Hornberger auf antikrieg.com

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