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Alles auf den Tisch - vor den Wahlen

 

Eines muss man noch unbedingt kritisieren:

Es geht um die Schulbücher der Kinder.

Dazu musste erst ein Urteil des Bundesgerichtes hinweisen, dass man für "drei Euro", die für die Hartz4 - Abhängigen im Monat für die BILDUNG als ausreichend angesehen wurden, keine Schulbücher kaufen kann. Als Erklärung lieferte man noch hinzu, dass die Menschen die 3 Euro ja ansammeln könnten.

Ich vergleiche das einmal mit meiner Schulzeit, als ALLE noch arm waren. - WIR hatten ja nur ein Lesebuch und eines zum Rechnen. Die mussten wir gut einfassen, denn die galten für zwei Jahre und mussten dann zurückgegeben werden, für die nächsten Schüler. Die Lehrer achteten darauf, dass wir die Bücher sorgsam behandelten.

Natürlich durften wir da nichts reinschreiben, sonst gab es was mit dem Stock auf die Finger. Für Geschichte und Erdkunde wurden die grossen Karten aufgehängt und der Lehrer zeigte mit dem Stock an, wo der Napoleon gewirkt hatte und wo sich die einzelnen Hauptstädte der einzelnen Staaten befanden. Das durften wir uns notieren, damit wir das in den Hausaufgaben, in guter Schrift, sauber verfassen konnten.

Von deutschen Kriegen erfuhren wir ohnehin nichts und das Thema Juden und Kirche war grundsätzlich TABU. Alleine für eine diesbezügliche Frage und war sie noch so harmlos, erhielt man seine Zuchtstrafe. Meine Mutter sagte gundsätzlich zu all meinen Fragen: Darüber spricht man nicht!

Dafür habe ich meinen Vater ausgiebig mit Fragen bombardiert, die er mir auch beantwortete. Dafür war ich ihm dankbar und es prägte mich auch.

Ich möchte den ganzen Wandel mal erläutern und mache einen Sprung zu meinen Kindern. Für das erste und evtl. das zweite Schuljahr mussten wir die Schulbücher noch selber kaufen. Die Kosten hierfür waren gerade noch erschwinglich, weil es ja nur einen Verdiener in der Familie gab.

Aber dann - vor einer Wahl - warb die SPD damit - dass es die Schulbücher alle umsonst gäbe, wenn die SPD in die Regierung kämen. Ich weiss noch, dass es in aller Munde war - ja die SPD zu wählen. Die Gewerkschaften trommelten, was das Zeug hielt und es war recht glaubwürdig, dass es uns künftig besser gehen würde.

Meine Güte, die SPD regierte und unsere Kinder kamen mit exclusiven Büchern heim. Sowas kannten wir bis dahin nicht, da weder unsere Eltern, noch wir, auch nur ein einziges Buch im Schrank stehen hatten. Mit dem Krieg war alles futsch gegangen und wir - die Nachkriegsgeneration mussten aufbauen.

Ich stürzte mich auf einen tollen farbigen Atlas und andere Bücher, die vermutlich, auch zu der Zeit schon sehr viel Geld gekostet haben. Ich packte Umschläge darum, aber als die Kinder erzählten, dass sie ins Lese- und ins Rechenbuch schreiben dürften, da fiel ich bald vom Glauben ab. "Es gibt sie jährlich neu", so hiess es.

Hierzu muss ich erwähnen, dass ich immer eine Leseratte war, ich mir die Bücher aber aus der Stadtbücherei auslieh. Natürlich musste man damit sorgsam umgehen. Das war eine Selbstverständlichkeit für mich. Und nun durften die Kinder darin herumkritzeln. - Ok, ich habe auch das überwunden.

Aber dann gab es gehörigen Tumult in den Schulen. Es wurden Elternversammlungen einberufen, weil in einem Buch eine ZEICHNUNG EINES GESCHLECHTLICHEN AKTES war. - Es wurde vom Kultusministerium vorgegeben, ab dem 2. Schuljahr einen SEXUALUNTERRICHT einzuführen - die Kinder aufzuklären.

Dass diese wirklich naive Zeichnung ein solches Drama entstehen liess, war kaum zu glauben. Aber was ich den Elternversammlungen entnehmen konnte, dass war die Tatsache, dass sie als MÜTTER nicht einmal aufgeklärt waren. Ich hatte den Vorteil, bei einer Krankenversicherung gelernt zu haben, wo es viele medizinisch verfasste, aufklärende Bücher gab, die ich verschlungen habe.

Bis dahin sollte ja noch das KLAPPERSTORCH-Märchen die Kinder bringen und für alles herhalten. Jedenfalls war diese harmlose Zeichnung im kommenden Jahr aus den Büchern wieder verschwunden. Die kirchlichen Einflüsse waren ja zu der Zeit noch sehr mächtig. Man sah in keiner Zeitung auch nur ein einziges nacktes oder leicht bekleidetes Mädchen, geschweige denn einen nackten Männerkörper.

Ich weiss nur, dass sich die Männer an den KIOSKEN - unter der Ladentheke - heimliche Pornohefte besorgten. Sie kamen alle aus den skandinavischen Ländern, die grosszügiger mit der Sexualität umgingen. Für das einfache Volk galt das Thema als absolutes TABU.

Es sickerte dann und wann mal durch, dass sich noble Herren gewisse Damen kauften, was als absolut skandalös bezeichnet wurde. Aber mit den Jahren änderte sich sehr viel. Das Leben wurde offener und ob man sie duldete oder nicht, die Nutten wurden offiziell.

Die Kinder hatten die fehlende Zeichnung in ihrem Buch überwunden und keiner redete mehr darüber. Das Klapperstorch - Märchen kam in eine Kiste, zu anderen Märchenbüchern. Sie wussten, wie Kinder gezeugt wurden und wo sie wachsen.

Aber nun noch einmal zum Eingangsthema. Die Schulbücher der Kinder.

Ich frage mich stets, wie die Politiker Gesetze und Verordnungen erlassen können, ohne die angerichteten Folgen zu bedenken?

Die Zeit, als Hartz4 eingeführt wurde, habe ich ab 2005 sehr intensiv verfolgt. Anfangs sah es ja auch noch so aus, als ob die Gewerkschaften den Betroffenen helfen würden, dieses geschaffene Elend zu beenden. Aber nein - die Gewerkschaften schwiegen und drückten sich vor dem Thema. Die Leute, die aus Protest auf die Strasse gingen, die wurden SKANDALÖS behandelt. Das will ich aber nicht mehr aufwärmen, denn sonst komme ich mit dem Thema nicht zum Ende.

Man wollte um jeden Preis die Löhne senken! Das war das Ziel und die Vorbedingungen der grossen Unternehmen - sonst in Billiglohnländern zu produzieren. Man hatte ja die internationalen Investoren eingeladen und der damalige Basta-Kanzler rühmte sich mit dem grössten Billiglohnmarkt, den es in Deutschland gab.

Aber man kam ans Rechnen, wie weit man gehen könnte:

Wenn man die Hartz4-Sätze, die Miete und die Heizkosten addierte, dann dürfte das zusammen nicht mehr sein, als ein Billigarbeiter durch seine Arbeitskraft verdiente. Sonst gingen die Leute nicht arbeiten! Man setzte trotzdem viele Niedriglöhne fest - unter Anwendung etlicher Tricks.

Das Ärgerlichste war jedoch der Zwang - jede Arbeit verrichten zu müssen - egal zu welchem Lohn - sonst gäbe es keine weitere Unterstützung! Das war schon krass, aber man versöhnte die Betroffenen damit, dass man ihnen auf Antrag ein Zubrot zu ihren geringen Einkünften anbieten würde, so als Ausgleich.

Es kam so, dass die Menschen trotz Ganztagsbeschäftigung und dem staatlichen Zubrot noch "arm" blieben. Es war ja die unterste ARMUTSGRENZE - ein Leben auf Antrag führen zu müssen.

Es wurde ein virtueller Warenkorb zusammengestellt und so ermittelt, was die Menschen zum Leben benötigen. Unter anderem wurden 3 Euro pro Monat für die Bildung vorgesehen, also, dem Kauf einer Zeitung, jedenfalls ab und zu mal.

Schulbücher erwähnte keiner, auch nicht das rapide Wachsen der Kinder, wie schnell die Schuhe und die Kleidung herausgewachsen sind. - Aber das wird dann von meist älteren Leuten entschieden, die keine Kinder haben oder die sich nie darum kümmern mussten. Es geht nur darum, unter der Grenze der Geringverdienenden zu bleiben.

Aber jetzt, nachdem gegen die Schulbücher geklagt wurde, rechtfertigt man das abartige Handeln damit, dass die Betroffenen die 3 Euro monatlich ja sparen konnten. Ich weiss nicht, was die heutigen Schulbücher kosten, aber die 3 Euro mal 12 gerechnet, ergeben gerade mal 36 Euro. Das dürfte allenfalls für vorgeschriebene Schreibhefte und Malstifte reichen. Eine Zeitung oder Bildungsmaterial könnte man sich dann das gesamte Jahr nicht mehr leisten.

Es sind furchtbare Zustände, wo ärmere Bürger immer für ein würdevolles Leben kämpfen müssen.

DAS LEBEN AUF ANTRAG

Da wird dann lange darüber entschieden, wie man leben kann oder darf. Ob man seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann oder nicht, das interessiert keinen.

Ob man seine Kinder noch versorgen kann, wenn man seine Stromrechnung nicht bezahlt, interessiert auch keinen. Man könnte ja zu den Tafeln gehen und sich dort was zu essen besorgen.

Alles nur Theorie:

Haben die Bedürftigen überhaupt das Fargeld, um zu den Tafeln zu kommen? Es gibt so viele Lücken und Tücken, durch die man gehen muss, um noch würdig durchs Leben gehen zu können.

Es zählen nur noch die Jungen, die Gesunden und die Wohlhabenden. Der Rest ist Schweigen. Aber um so armseliger ist die Aussage, dass wir ein reiches Land sind.

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