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Ich möchte die Leser bitten, einmal mitzudenken.


Es geht um ein Richtigstellen des Pflegenotstandes. Ich habe einmal in diesen Bereichen gearbeitet und zwar als Angestellte bei einer Krankenkasse. Nach Aufgabe der Tätigkeit als Hausfrau und Mutter arbeitete ich als Pflegekraft in einem Altenheim.

Nach drei Jahren der Akkord - Arbeit, unter schwersten Bedingungen, machte mir mein Körper grosse, gesundheitliche Probleme. In dem "zwölf Tage arbeiten" und "zwei freien Tagen" konnte ich mich nicht erholen. Es war vor allem der Stress, der mich so fertig machte und das Gefühl, kaum etwas produktives für die Menschen leisten zu können.

Alle Tätigkeiten beruhten auf Halbheiten, weil man ständig im Zeitdruck war. Es schien nur eines wichtig zu sein, nämlich den Vorgabenkatalog der Verwaltung zu erfüllen. Am meisten hat mich angekotzt, dass man auch noch eine Statistik darüber verfasste, wie viel Bettwäsche und wie viele Vorlagen man verbrauchte.

"Station 2 verbrauchte in der 25. Woche 12 Bettbezüge, 15 Kissenbezüge und 20 Vorlagen.
Station 5 verbrauchte in der 25. Woche 9 Bettbezüge, 10 Kopfkissen und 15 Vorlagen."

Das erschien wöchentlich, aber wenn von der Station 12 Bettbezüge angefordert wurden, bekamen wir vielleicht nur 8 Bezüge zugewiesen. Da musste man bei den einzelnen Stationen nachfragen, ob die noch Wäsche übrig haben. Keiner auf der Station überzieht ja freiwillig ein Bett, wenn es nicht nötig ist. Nur die Patienten sind ja nicht auf jeder Station gleich, so, wie die Betten unterschiedlich benutzt sind. Es war ein kirchliches Altenheim, dass von der Optik aus sehr gut wirkte - wie ein modernes Hotel - anders auf den Pflegestationen.

Die jungen Mädchen, die ihre Ausbildung beendeten, kamen noch für zwei Anerkennungsjahre, mit geringer Entlohnung, in den Einsatz. Danach wurden die Verträge nicht mehr verlängert. Sie wurden dann zu teuer! Aber man holte sich jede Menge FACH-Personal aus Polen und dem Osten. Hier wurde deren Ausbildung nicht anerkannt, so dass das Arbeitsamt alle bezahlte. Auf diese Weise hatte man fertig ausgebildete Krankenschwestern umsonst im Einsatz.

Ich hörte nur hier und da:  Die deutschen Mädchen, die den Beruf der Altenpflege erlernt hatten, die heiraten ja ohnehin und kriegen Kinder. Deshalb müsse man sich ums Personal des Auslands bemühen.

Ich konnte die körperlich schwere Arbeit nicht mehr ausüben, wollte lieber eine Bürotätigkeit verrichten, die ich ja auch erlernt hatte. Ich schaffte noch einen längeren Kursus zu belegen, worauf mir im Anschluss eine Stelle in einer Klinik - in der Verwaltung angeboten wurde. Anfangs wurde ich jedoch vom Arbeitsamt bezahlt, jedenfalls ein halbes Jahr noch. Als Springerin lernte ich dann alle Abteilungen kennen, bis in den ärztlichen Bereich hinein - immer wenn einer fehlte. Ich wurde nach Ablauf des halben Jahres auch von der Klinik beschäftigt und ich lernte unglaublich viel. Da bemerkte ich erst einmal, dass alles von "oben" gesteuert wurde.

All diese Klinikbetriebe wurden allmonatlich in Konkurrenz gegeneinander gestellt. Unsere Ärzte stürzten sich jeden Monat auf die Statistiken, um zu sehen, wie die Klinik wohl abgeschnitten hatte. Auf einem letzten Platz zu stehen, bedeutete, dass die Instutionen weniger Patienten schickten. Nur das volle Haus sei wirtschaftlich! Unwirtschaftliche Kliniken wurden verkauft.

So kamen ständig neue Mitteilungen von ganz oben, welche Planungen befolgt werden müssen.
Personalkosten seien um 6% zu senken und im folgenden Jahr dann um 5%.
Man begann bei den Putzfrauen, dann im Küchenbetrieb, dann in der Bäderabteilung usw.

Ich erhielt nur noch Teilzeitverträge. Zwei Kolleginnen gaben mir schon einige Stunden ab, damit ich weiter beschäftigt werden konnte.

Ich habe selber einen Jahresplan erstellen müssen und weiss, wie das abläuft. Man gab mir die Pläne der Vorjahre, woraus ich erkennen konnte, wie ich den zu schreiben hatte. Dazu benötigte ich alle ANWEISUNGEN - die von ganz oben kamen und musste entsprechend die Positionen ändern.

Die Spalte der Lohnkosten wurde jetzt um 6% und die Neuanschaffungen um 5% gekürzt. Den Küchenbedarf - einschliesslich der ständigen Einkäufe, kürzte ich um 3% und so weiter.

Alle Abteilungen hatten ihren Computer. Mit einem Klick konnten alle Abteilungen überblicken, wie weit sie ihr Limit schon ausgeschöpft hatten.

Wenn jetzt die Kollegen ihre tariflichen Erhöhungen hatten, wurden die Lohnkosten ja praktisch wieder überzogen. NEIN - dafür musste meine und anderer Kollegen Arbeitszeit praktisch wieder reduziert werden. Auf einmal wurde gar das Schwimmbad im Hause geschlossen, weil die Aufsichtsperson eingespart werden musste. (stundenweise durch Studenten)

Im Büro mussten die Angestellten die Blumentöpfe und Ablagen der Waschbecken für den Einsatz der Putzkräfte frei machen, damit die billigste Putzfirma möglichst schnell ihre Arbeit erledigen konnte. Die jahrelangen Putzkräfte der Klinik hatte man längst entlassen.

Dass das Büropersonal wesentlich teurer ist, als die Putzfrauen, die nun Aufgaben der Putzerei zu übernehmen hatten, kam wohl keinem in den Sinn. Hauptsache BILLIG!!

So kürzte man auch mich immer mehr, so dass man mich am Ende nur noch bei BEDARF beschäftigen wollte - ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Da habe ich NEIN gesagt!

Man hatte so viele Ärzte von überall ins Land geholt, die alle vom Arbeitsamt bezahlt wurden. Ich arbeitete ja auch in der Personalabteilung und die Bewerbungen der Ärzte, ebenfalls die Zeugnisse, einschliesslich der amtlichen Übersetzungen, habe ich gelesen. Es waren alles gute und sehr fähige Ärzte, die jedoch alle vom Arbeitsamt bezahlt wurden und jahrelang dort schmorten.

Weil ich auch in der ärztlichen Abteilung arbeitete, wenn ich dort einen vertreten musste, hatte ich auch Zugang zu diesen Ärzten. Manche von ihnen glaubten, dass ich darüber entscheiden könnte, weil ich auch im Personalbüro tätig war. Ich habe erklärt, dass auch ich ein SPIELBALL in dem System sei. Man konnte ahnen, dass es auf ein Ende zuging. Immer mehr kürzen, mit immer weniger Personal, geht nicht auf Dauer!

Die Klinik wurde kaputtgespart und dann "privatisiert", also verkauft.
Auf diese Weise schafft unser Staat die Gesundheitsfürsorge für seine Bürger ab und gibt sie in private Ausbeuterhände.
Investoren beteiligen sich dann mit ihrem Geld an solchen Objekten, von dem sie sich gute RENDITEN erhoffen.

Wenn auch unsere politischen Banden krähen, mehr Personal in den Kliniken einzusetzen, dann würde ich das für Propaganda halten. Man muss ja zunächst zwischen privaten und kommunalen Kliniken entscheiden. Die privatisierten Kliniken lassen sich doch von der Regierung nicht vorschreiben, wie viel Personal sie einzusetzen haben. Schliesslich benötigen sie eine Menge für die Renditen. Sind die nicht ausreichend, ziehen die Investoren ihre Taler zurück!

In den kommunalen Kliniken könnten die Politiker noch mitbestimmen. Aber mehr Personal und höhere Löhne treiben die Kosten in die Höhe. Es geht doch nicht um fehlendes Personal, sondern nur um billiges Personal. Ihr wisst ja, dass es um die FACHKRÄFTE geht, die von irgendwem bezahlt werden sollen. (staatliche Einrichtungen und EU)


Unrentable Kliniken werden verkauft! Mit jeder Forderung von mehr Personal schiebt man das gesamte Projekt in den Abgrund. Meist werden zuerst nur einzelne Abteilungen geschlossen, dann später alles!

Irgendwann werden nur noch grosse Projekte in den Städten zur Verfügung stehen, während auf dem Lande alles ruhen wird. Das geht im gesamten gesundheitlichen Bereich so zu, von den Ärzten angefangen, zu den Krankenhäusern.

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