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Migranten von Libyen nach Italien:

"Es kommt keiner mehr durch"


 

Nach aktuellen Zahlen hat die neue italienische Regierung eines ihrer Ziele erreicht. Dem gegenüber steht, dass die Zahl der Vermissten und Toten im Mittelmeer steigt. Ausgeblendet wird die Härte der Lager in Libyen

Der italienische Politik-Wissenschaftler Matteo Villa, auf den an dieser Stelle schon öfter verwiesen wurde (hier und da), ist eine gute Quelle für den Stand der Dinge, wenn es um Migranten geht, die von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien gelangen wollen. Migration ist sein Spezialgebiet beim Think Tank ISPI (Italian Institute for International Political Studies).

Bei seinen Zahlenangaben achtet er darauf, dass sie belegbar sind. Sie stammen entweder von Behörden, wie dem italienischen Innenministerium, oder aus Quellen wie der IOM (Internationale Organisation für Migration) oder dem UNHCR, dem UN-Kommissariat für Flüchtlinge. Beide Organisationen liefern freilich immer wieder auch Schätzungen, die später korrigiert werden müssen. Aber sie sind maßgebliche Referenzen.

 

Hier geht es weiter.

 

Es geht um Libyen. Wer dort auch immer aus Afrika ankommt, der erwartet dort ein sicheres Geleit durch die Schlepperbanden, dass sie für ihr gezahltes Geld, über das Mittelmeer, nach Europa gelangen.Es sind illegale Grenzüberschreitungen, die durchgeführt werden, auch wenn die Route über das Mittelmeer geht.

Ich brauche wohl nicht erwähnen, welche Tortouren die Hoffenden alleine bei der Fahrt durch die Sahara erleiden mussten. Mit falschen Versprechungen lockte man doch erst die meist jungen und naiven Männer, diese Strapazen auf sich zu nehmen, wenn sie sehr viel Geld für das Unternehmen zahlten. So kann man nur erahnen, welche Märchen da gestreut werden, damit die Steuerung und das Unternehmen Europa auch bei der Kundschaft ankommt.

Nun gelangen sie in grosser Anzahl an Libyens Küste. Die dortigen Aufseher haben nichts, womit sie die Massen versorgen könnten. Sie sind teilweise von der EU und von Italien angewiesen, ihren Hafen zu beaufsichtigen und unbekannte Schiffe in ihrem Hoheitsgebiet aufs Festland zu begleiten.

Es nützte alles nichts, weil die angeblichen Rettungsschiffe auch in die libyschen Hoheitsgebieten eindrangen, die Schlauchboote der Schlepper aufnahmen und die Migranten dann nach Italien brachten. Daraufhin hat Libyen ihr Hoheitsgebiet auf dem Meer auf 87 Seemeilen ausgeweitet. 1 Seemeile sind gleich 1,85 km = 87 x 1,85 km = gut 137 km.

Innerhalb dieser 137 km ist das noch libysches Hoheitsgebiet, wo sich kein Unbefugter herumtummeln darf, ausser allen  Handelsschiffen- die ja international bekannt sind. Jedes Schiff, was sich in Wasserstrassen oder in Meeren bewegt, hat einen Namen und eine Landesidentität. Seine Fahrt auf dem Meer wurde vom Abfahrtshafen aus genau protokolliert und welches sein Ziel ist. Wenn man es will, kann dazu noch jedes Schiff vom Weltraum aus beobachtet werden.

Ich wollte nur erwähnen, dass bei den Schiffen die gleichen Abläufe gelten wie bei dem gesamten Flugverkehr. Man weiss, wo sich ein Flugzeug jederzeit befindet oder in welchem Gebiet es evtl. auch abgestürzt ist. (wenn man es finden will) Das gilt auch für die Schifffahrt.

Ich komme nun auf das libysche Hoheitsgebiet zurück. Diese Strecke können die Schlauchboote, ohne Motorantrieb nicht bewältigen. Den Schlepperbanden ist es ja egal, ob die Menschen im Mittelmeer ertrinken, wenn sie zuvor ihre Kohle bekommen haben. Einige Migranten wurden ja von Handelsschiffen gerettet, die auch hierzu verpflichtet waren. Sie funkten mit dem Festland, worauf es hiess, dass diese Flüchtlinge wieder ans libysche Festland gebracht werden müssen, was sie auch taten.

Nun kann man sich den Krawall der Rückkehrer vorstellen, die sehr viel Geld für die Überfahrt nach Europa bezahlt haben und auf einmal wieder dort stehen, wo sie nichts mehr besitzen. Ausgemergelt, durstig, hungrig und total resignierend werden sie in Lager gesperrt.

Aber was sollen die libyschen Bewacher denn machen? Sie haben ja nur ihre Anweisungen, haben doch selber nicht gross was. Dass sie ihre Macht über die wütenden Flüchtlinge nutzen, das will ich mal glauben. Sie werden auch nicht grade sanft mit den Leuten umgehen, wenn die ihre Wut zeigen, jetzt eingesperrt zu werden.

Da stossen zwei Fronten aneinander. Nehmen wir vereinfacht dargestellt das Wetter, mit einem gewaltigen Tief, das auf ein dominantes Hoch trifft. Es folgt ein Blitzen und Donnern, das von massiven Regengüssen und Hagel begleitet wird, das ganze Ortschaften überschwemmt, aus kleinen Bächen reissende Flüsse werden. Man nennt dieses Aufeinandertreffen GEWITTER.

Das sollte man sich als Beispiel aus den libyschen Lagern vorstellen. Die Fronten, die sich da auftun, sind ähnlich wie diese geschilderten Gewitter. Die Flüchtlinge, die sich ihr Abenteuer, nach Europa zu reisen, teuer erkaufen mussten, werden wieder zurück gebracht. Alle Hoffnungen dahin. Geld haben sie keines mehr. Nur eine Menge Wut und Enttäuschung ist ihnen geblieben.

Und was ist mit den libyschen Wächtern, die ihren Auftrag durchführen sollen? Die sagen sich auch: Weshalb kommen die ganzen Völker von irgendwo hierher? Wir haben nichts, können nichts abgeben. Und wenn sie den kriminellen Schleuserbanden so viel Geld gegeben haben, so ist das deren Angelegenheit. Die Wächter sind selber ganz arme Leute. Sie erfüllen vielleicht nur europäische Aufträge.

Warum gilt die libysche Küste dann als unsicher? Sie wird ja nicht als unsicher empfunden, wenn die ganzen Menschenmassen dort ankommen. Klammheimlich zerren die Schleuser die Menschen meist in der Dunkelheit in die Schlauchboote, die nicht einmal für das salzige Meerwasser tauglich sind. Ich sage nur dazu, dass es den Schleppern egal ist, wenn sie einige billige Schlauchboote aus China erstehen.

Die Schlepper suchen sich immer neue Schlupflöcher, um die Migranten, unter Märchenerzählungen, irgendwie nach Europa zu lotsen. Inzwischen ist man dabei, von NIGER über MALI - durch die Sahara Posten zu schaffen, die Flüchtlingsströme aufhalten sollen. Allerdings schafft man sich Alternativen, die gefährlicheren Routen zu wählen.

Libyen wird demnächst weniger attraktiv. Momentan visiert man Spanien an. Der neunmalkluge Aussenminister Maas meint zu den Geschehen: "Ja, dann muss man die Flüchtlinge - die in Spanien ankommen - auf ganz Europa verteilen.
"Waren wir nicht schon bezüglich der Türkei soweit und als alle in Griechenland landeten? War es nicht das gleiche Lied, als alle in Italien ankamen? Und nun wird der gleiche Jammer zu Spanien gesungen. - Es besteht nur ein Unterschied: Kein Land will die Migranten aufnehmen. So weit sind wir doch schon lange. Europa ist nicht in der Lage, diese Probleme vernünftig zu lösen.

Aber als Seehofer auch nur den Versuch startete, etwas zu regeln, da prügelte die gesamte Presse auf ihn ein, einschliesslich der Politiker!

 

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