Who's Online  

Aktuell sind 54 Gäste und keine Mitglieder online

   

Das Libyen der UNO und die harte Realität

 

von Thierry Meyssanhttp://www.voltairenet.org

Bild: Die letzte Pressekonferenz des Paris-Gipfels am 29. Mai. Von links nach rechts: Fayez Al-Sarradsch (Präsident der libyschen nationalen Unions-Regierung, von den Vereinten Nationen auserkoren), Emmanuel Macron (Präsident der französischen Republik), Ghassan Salamé (UN-Beamter). Diese drei Männer, die keine durch Wahlen bestätigte Legitimität in Libyen besitzen, hoffen die Zukunft des libyschen Volkes zu bestimmen.

Trotz des guten Willens einiger Teilnehmer hat die Pariser Konferenz für Libyen vor Ort nicht die erwünschten Erfolge gehabt. Für Thierry Meyssan lässt sich das durch die Doppelzüngigkeit der NATO und der Vereinten Nationen erklären, die behaupten, das Land stabilisieren zu wollen, obwohl ihre Aktionen dem Cebrowski-Plan der Zerstörung der staatlichen Strukturen entsprechen. Die Pariser Inszenierung war von einer tiefgreifenden Unkenntnis der Besonderheiten der libyschen Gesellschaft durchdrungen.

Seit der Vernichtung der libyschen arabischen Dschamahirija im Jahr 2011 durch die NATO hat sich die Lage in Libyen sehr verschlechtert: Das BIP fiel auf die Hälfte und große Teile der Bevölkerung leben in Armut; es ist unmöglich, innerhalb des Landes zu reisen; überall herrscht Unsicherheit. In den vergangenen Jahren sind zwei Drittel der Bevölkerung ins Ausland geflohen, zumindest vorübergehend.

Nachdem die Rechtswidrigkeit der Intervention der NATO als Verlust abgeschrieben war, versucht die UNO nun das Land wieder zu stabilisieren.

Die Versuche der Befriedung

 

Die Vereinten Nationen sind präsent durch die MANUL (Mission der Unterstützung der Vereinten Nationen in Libyen), die ein rein politisches Organ ist. Der wahre Charakter dieser Behörde ist sofort nach ihrer Gründung in Erscheinung getreten. Ihr erster Direktor, Ian Martin (ehemaliger Direktor von Amnesty International), organisierte die Umsiedlung von 1500 Dschihadisten von Al-Kaida als „Flüchtlinge“ (sic!) von Libyen in die Türkei, um die so genannte [FSA] „Freie syrische Armee“ zu bilden. Natürlich wird heute die MANUL von Ghassan Salamé geleitet [1], aber sie untersteht direkt dem Direktor der politischen Angelegenheiten der Vereinten Nationen, der niemand anderer ist als Jeffrey Feltman. Nun ist dieser ehemalige Assistent von Hillary Clinton im US-Außenministerium jedoch einer der Baumeister des Cebrowski-Barnett-Plans für die Zerstörung der Staaten und der Gesellschaften des „Erweiterten Nahen Osten“ [2]. Er ist genau derjenige, der die Angriffe gegen Libyen und Syrien aus diplomatischer Sicht beaufsichtigte [3].

Die Vereinten Nationen gehen von der Idee aus, dass das aktuelle Chaos die Folge des „Bürgerkrieges“ von 2011 ist, der das Regime von Muammar Gaddafi gegen seine Opposition aufwiegelte. Allerdings beschränkte sich diese Opposition, während der NATO-Intervention, auf die Dschihadisten von al-Kaida und den Stamm der Misurata. Als ehemaliges Mitglied der letzten Regierung der Libysch-Arabischen Dschamahirija kann ich bezeugen, dass die Initiative der NATO sich nicht auf einen Libyen-Konflikt beschränkte, sondern einer regionalen langfristigen Strategie gegen den gesamten Erweiterten Nahen Osten gehorchte.

 

https://linkezeitung.de/2018/06/07/das-libyen-der-uno-und-die-harte-realitaet/

Mir wird es einfach zuviel, dass ich alles behalte, was sich in den ganzen Ländern so abspielt. Ich habe nur noch in Erinnerung, dass es den Menschen in Libyen bis 2011 nicht schlecht ging, eigentlich für sonstige afrikanische Verhältnisse ging es dem Land recht gut. Dann mischten sich andere ein, der Präsident des Landes wurde umgebracht ............   eine Wiederholung wie in anderen Ländern.

Libyen hatte eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasste die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht besteht für Sechs- bis Fünfzehnjährige.[24] Dennoch liegt die Analphabetenrate der Frauen noch bei 14,4 % und die der Männer bei 3,3 %; diese Rate ist aber mit insgesamt 9 % im afrikanischen Vergleich sehr niedrig.

Und heute ...........? Ja, das Land ist wieder zerfallen, in einzelne Stämme, von denen jeder regieren will. 85% des recht grossen Landes sind Wüste und nur 2% sind landwirtschaftlich nutzbar. Auf jeden Fall ist das Land fünf mal so gross wie unser Deutschland, nur um einmal eine Vorstellung davon zu haben. Aber dort wohnen nur ca. 6 Millionen Menschen, überwiegend Berber und Tuareg.

Ich weiss keine Einzelheiten mehr, aber genau das sagte seinerzeit schon der zu früh verstorbene Peter Scholl Latour voraus, dass es so kommen würde.

Das Great-Man-Made-River-Projekt (GMMRP oder GMMR, dt. Großer menschengemachter Fluss-Projekt) in Libyen war das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.

In den vier Meter hohen Rohren[1] wird fossiles Grundwasser aus tief liegenden Speichergesteinen des Nubischen Sandstein-Aquifer, dem Kufra-Becken, Sirt-Becken, Murzuk-Becken, Hamadah-Becken und Jufrah-Becken der Wüste Sahara in Richtung der libyschen Mittelmeerküste geleitet und versorgt bereits seit einigen Jahren die beiden Großstädte Tripolis (seit 1996) und Bengasi sowie die gesamte Küstenregion mit Wasser. Die Pipeline verläuft parallel zu großen Teilen der Küste Libyens und transportiert täglich mehr als 6 Mio. m³ Trinkwasser. Die Wasser- und die damit verbundene Lebensqualität hat sich seitdem dort erheblich verbessert.

Die angezapften Reservoire haben keine Zuflüsse, es handelt sich hier also um den Verbrauch einer nicht erneuerbaren Ressource. Wie lange die Wasserreserven ausreichen werden, ist strittig. Nach Kalkulationen der damals amtierenden libyschen Regierung Gaddafi reichte die fossile Wassermenge mindestens noch 4.000 bis 5.000 Jahre. Optimistische Schätzungen sprechen heute von bis zu 250 Jahren Nutzungsdauer, internationale Experten dagegen von 30 bis 50 Jahren bei maximaler Fördermenge.

NATO bombardiert Rohrleitungen

Als die NATO im Jahr 2011 mit der Bombardierung Libyens begann, verließen die meisten der ausländischen Arbeiter rasch das Land. Im Juli 2011 beschossen Kampfjets in der Nähe von Brega Wassersysteme und Rohrleitungen des Projekts und zerstörten zusätzlich eine Fabrik, die die Ersatzrohre für Reparaturarbeiten herstellte.

Und damit hatte die NATO das Land wieder in einen elenden Zustand versetzt! Das ist immer ein Ziel der Nato, alles zu  zerstören.

In Libyen wäre doch auch ein Quartier für die ganzen Flüchtlinge, wenn man das gut beaufsichtigen würde. Dort könnte man auch Soldaten beschäftigen. Man könnte das Land auch mit Hilfe der Flüchtlinge aufbauen, grosse Unterbringungsmöglichkeiten schaffen, Platz ist genug vorhanden und mit einem Teil des Geldes, was hier die Flüchtlinge kosten, könnte man dort alles regeln. Dort gibt es nur sechs Millionen an Bevölkerung - in einem fünf mal so grossem Land wie Deutschland. Vielleicht könnte man die Wasserversorgung dann auch wieder herstellen.

Es ist Blödsinn, zu sagen, weil es dort keine vernünftige Regierung gäbe, könne man nicht handeln. Man kann - wenn man es will! - Schaut nur, was die NATO schafft. Die braucht keine speziellen Regierungen. Sie setzen einfach eine ein und mit einigem Militär schaffen sie sich Ordnung!

Seit dem Sturz von Staatschef Muammar al-Gaddafi 2011 versinkt Libyen im Chaos. Hunderte Rebellengruppen kämpfen um die Macht in dem Land, das wegen seines Ölreichtums einst zu den wohlhabendsten Staaten im Nahen Osten zählte. Vor rund zwei Wochen erklärten Aufständische im Süden des Landes, sie hätten mit einem Anschlag die Wasserversorgung über das “Great Man Made River Project” gekappt. Mit dem Projekt wird tief unter der Wüste lagerndes Trinkwasser gefördert und über eine riesige Pipeline in Küstenstädte wie Tripolis gepumpt.

https://de.reuters.com/article/libyen-wasser-idDEKBN1D01LF

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

   
© veilchens-welt.eu - veilchens-welt.de