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Tagesdosis 29.5.2018 –

Deppen-Journalismus

 

Die Tagesschau betreibt viel Aufwand, um davon abzulenken, was sie alles verschweigt.

Ein Kommentar von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.

Die Tageschau, das Urgestein unter den deutschen Fernseh-Informationssendungen, ist ein Fels in der Brandung: pünktlich, sachlich, absolut zuverlässig. Oder? Ein zweiter Blick lohnt sich in diesem Fall. Und da wird jeder, der nicht unter unheilbarer Russland-Phobie leidet, Heiko Maas für die deutsche Polithoffnung unserer Zeit hält und Saudi-Arabien für einen absolut integeren Verbündeten, doch langsam misstrauisch. Wollen uns die Nachrichten-Macher eigentlich für so dumm verkaufen wie sie selbst offenbar sind?

Guck mal, Nachbar, wie niedlich: „Die Programme der ARD haben der Allgemeinheit einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.“ (1) Das ist der gesetzliche Programmauftrag für das Erste Deutsche Fernsehen. Herrlich vielversprechend, ne? Den Satz könnte glatt einer deiner Ober-Sozn verfasst und sich gedacht haben: „Je anspruchsvoller formuliert, desto eher wird nix draus.“ Wenn´s mal richtig klappert im Karton, wie jetzt beim „Ausstieg“ der USA aus dem „Atomdeal mit Iran“, dann bringt der öffentlich-rechtliche Qualitätsjournalismus höchstens noch transatlantische Nabelschau.

Auf einen vorgeblichen „Hintergrundbericht“ über Trumps Abenteuerpolitik verschwendete „Tagesschau.de“ sage und schreibe 930 Wörter in 18 Absätzen (2). Motiv und Zielsetzung dieser US-Politik aufzuzeigen schaffte ARD-aktuell trotzdem nicht. Weder im Netz noch in ihren TV-Sendungen.

Trump-Zitate in Bild und Wort, televisionäre Zwiegespräche der Tagesthemen-Moderatoren mit den Korrespondenten in Washington, Teheran und Moskau sowie Interviews mit Frankreichs Staatspräsident Macron und dem deutschen Außenministerdarsteller Maas (3): Damit schickten die Tagesthemen klassisch kleinkarierte Standardware über ein Weltereignis in die bundesdeutschen Wohnstuben: die äußeren Erscheinungen seiner Politik darstellend, nicht aber die Ziele und Beweggründe des US-Präsidenten und der übrigen Akteure.

Ist dir irgendeine Nachricht erinnerlich, dass der Bruch des Atomabkommens mit Iran nur einen Vorwand für den Krieg um Irans Gasreserven und den Energiemarkt Europas (4) liefert? Oder gar irgendein Hinweis darauf, dass der Weltherrscher USA seinen global sichtbar werdenden Einflussverlust mit gesteigerter Aggressivität aufzuhalten versucht, ganz im Profitinteresse seines militärisch-industriellen Komplexes? Das „Flaggschiff der ARD“, die Tagesschau, hält brav transatlantischen Kurs.

https://kenfm.de/tagesdosis-29-5-2018-deppen-journalismus/

Hallo,

ich hoffe nicht, dass ich mit meinem Kopieren die Rechte verletzt habe. Wenn ja, bitte ich um Mitteilung. Dann lösche ich das sofort wieder.
Es war mir einfach so wichtig, die zusammengefassten Fehler der Tagesschau aufzuzeigen.

Ich könnte noch anführen, dass man statt der aktuellen Nachrichten lieber ausführliche Wetterberichte aufzeigt, wie Auswirkungen der Wärmegewitter, Starkregen, Überschwemmungen und mehr, selbst wenn es in Ostasien oder Amerika ist. An manchen Tagen gleicht ein Wetterbericht einer Krimiansage.

Nicht zu vergessen ist die tägliche Hetze von Putin/Russland, das Schönreden von Israels VERTEIDIGUNGEN, wenn sie ihre Geschosse auf SYRIEN richten. Und dann Berichte von den guten Flüchtlingen, die hier bei uns fleissig arbeiten und sich sehr gut integriert haben. Ein paar (Ehren) Morde werden zwar erwähnt, aber die Täter und ihre Motive bleiben unbenannt. Sie landen auch vor Gericht, aber sie erhalten garantiert minimale Strafen, weil sie ja einem anderen Kulturkreis angehören, wo das erlaubt ist.

Und einen kleinen Umweg zur Hochzeit des Jahres, sowie die derzeitige Mode von 2018-2019 soll die Zuschauer von aktuellen Ereignissen ablenken. Es folgt danach noch ein ausgiebiger Wetterbericht. DEPPEN JOURNALISMUS ist der passende Begriff für die Tagesschau. (und andere!!)

Vor etlichen Jahren erzählte mir ein Bekannter, der jahrelang in den USA gewohnt hatte, wie dort der Journalismus angewandt würde. Ich hätte es beinahe nicht geglaubt, aber es wurde mir genauso geschildert, wie es heute auch hier läuft. Das ist die TRANSATLANTISCHE  BERICHTERSTATTUNG. Es wird vorgegeben, was berichtet werden darf, nicht was tatsächlich geschieht. Bei Krisen muss alles schöngeredet werden und bei Kriegsbeteiligungen muss gelogen werden.

Der Verteidiger eines Landes ist dann der Angreifer - der Terrorist.

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