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Geplanter Flächenbrand

Israel plant einen Krieg gegen den Iran in Syrien.
Die vergangene Woche im Mittleren Osten hat gezeigt,
wie Entscheidungen in Washington die Lage in der
Region gefährlich eskalieren lassen. Krieg gibt es
ohnehin genug: in Syrien, im Irak, im Jemen und
täglich sterben Palästinenser durch die Gewalt der
israelischen Besatzungsmacht. Dass im Libanon am 6.
Mai ganz friedlich gewählt wurde und dabei ein neues
Wahlgesetz neue Gesichter und zwei Frauen mehr ins
Parlament beförderte, war eine gute Nachricht, die
wenig Aufmerksamkeit fand. In Washington, Berlin,
Paris, London und vor allem in Tel Aviv schellten
allerdings die Alarmglocken, als klar war, dass die
Hisbollah und ihre Verbündeten im neuen Parlament
eine deutliche Mehrheit haben werden. Ein Szenario,
das lange zuvor geplant war, nahm seinen Lauf. Die
Region steht vor einem neuen Krieg. Karin Leukefeld,
die die Entwicklungen in Damaskus verfolgt, versucht
für den Rubikon die Fäden des Knäuels im Mittleren
Osten zu entwirren.
Die Chronologie
Am 7. Mai wurde das offizielle Ergebnis bekanntgegeben, wonach
die Hisbollah und deren Verbündete im neuen Parlament mit bis zu
70 Abgeordneten (von 128 Sitzen) die Mehrheit stellen werden.
Am 8. Mai verkündete US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der
USA aus dem Internationalen Atomabkommen mit Iran und drohte
das Land zu bestrafen. Kurz nach der Trump-Rede bombardierte
Israel militärische Ziele in Syrien, ohne von dort angegriffen worden
zu sein.
Am 9. Mai erklärte die UN-Behörde für Atomenergie (IAEA), der
Iran habe sich seit Abschluss des Atomabkommens (2015) an das
Abkommen gehalten. Der israelische Ministerpräsident Benjamin
Netanyahu reiste am gleichen Tag nach Moskau, hin und zurück.
Kurz nach seiner Rückkehr, in den frühen Morgenstunden des 10.
Mai, bombardierten israelische Kampfjets erneut militärische Ziele
in Syrien. Über Damaskus konnten anfliegende Raketen und
abfliegende Luftabwehr beobachtet werden, die bizarre Muster in
gleißendem Gelb und Weiß und sprühende Funkenregen in den
Nachthimmel malten. Anwohner des Stadtflughafens Mezzeh und
der Forschungsanlage Jamraya, nördlich von Damaskus, wurden von
ohrenbetäubendem Lärm aus dem Schlaf gerissen. Wenige Stunden
später – der Muezzin rief melodisch zum Morgengebet – war der
Spuk vorüber.
Am 10. Mai sprachen die Militärs.
 

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