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Trump geht gegen Pakistan los

 

Eric Margolis

Henry Kissinger hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es oft gefährlicher ist, ein Verbündeter der Vereinigten Staaten von Amerika zu sein als deren Feind. Das jüngste Opfer dieser traurigen Binsenweisheit ist Pakistan, ein treuer Verbündeter der USA seit Beginn unserer Ära.

Präsident Donald Trump's eindringlicher Hass auf Muslime (egal, welche Art, warum oder wo) brach diese Woche aus, als er anordnete, dass etwa 900 Millionen Dollar an US-Hilfe für Pakistan abrupt eingestellt werden sollten. Trump beschuldigte Pakistan, die USA zu belügen und zu täuschen und den afghanischen Widerstandskräften der Taliban ("Terroristen" in US-Sprech), die gegen die amerikanischen Besatzungsmächte kämpfen, einen sicheren Hafen zu bieten.

Frustriert und ausgetrickst in Afghanistan, haben die imperialen Generäle der USA, die Bürokraten des Pentagons und Politiker versucht, jedem, den sie finden können, die Schuld zuzuschieben, wobei Pakistan der primäre Prügelknabe ist. Als Nächstes folgt das berüchtigte Haqqani-Netzwerk, das für die meisten US-Militärversagen in Afghanistan verantwortlich gemacht wird, obwohl seine aktive Kampfrolle bescheiden ist. Ich kannte seinen Gründer, den alten Haqqani. In den 1980er Jahren war er der goldene Junge der von der CIA gemeinsam mit Pakistan geführten Bemühungen, die Sowjets aus Afghanistan zu vertreiben.

Warum hat Washington Pakistan Milliarden von Hilfsgütern zur Verfügung gestellt? Im Jahr 2001 beschloss Washington, Afghanistan zu überfallen, um die paschtunische Widerstandsbewegung Taliban zu entwurzeln oder zu zerstören, die fälschlicherweise für die Anschläge vom 11. September 2001 auf New York und Washington verantwortlich gemacht wurde. Die ethnischen paschtunischen Krieger, die Präsident Reagan als "Freedom Fighters" ("Freiheitskämpfer") gefeiert hatte, wurden zu "Terroristen", sobald der Westen Afghanistan besetzen wollte.

Aber das Eindringen in das Binnenland Afghanistan war ein großartiges Unterfangen. Die Versorgung der US-Truppen dort musste über Pakistans Haupthafen Karatschi erfolgen, dann auf kurvenreichen Bergstraßen und über den qualvollen Khyberpass nach Afghanistan. Die riesige Menge an logistischen Hilfsgütern, die von den US-Truppen benötigt wird, konnte durch die Luftversorgung nicht gedeckt werden. Die Kosten betrugen $400 pro Barrel für eine Gallone Benzin, das an US-Truppen in Afghanistan geliefert wurde, und bis zu $600.000 pro Einsatz, um ein einzelnes US-Kampfflugzeug über Afghanistan zu halten. Ohne Lufthoheit rund um die Uhr wäre die US-Besatzungsmacht schnell besiegt worden.

Eine Invasion Afghanistans ohne die Zusammenarbeit mit Pakistan wäre unmöglich gewesen. Pakistan weigerte sich zunächst, die US-Streitkräfte über seine Grenzen zu lassen. Aber wie mir der ehemalige pakistanische Militärführer General Pervez Musharraf sagte: "Die USA haben mir eine Pistole an den Kopf gehalten und gesagt, lasst die US-Truppen einmarschieren und Pakistan benutzen, oder wir werden euch zurück in die Steinzeit bombardieren".

Das war der große Stock. Die Zuckerbrot betrug etwa 33 Milliarden Dollar in US-Bargeld, um die"Ground Lines of Communication" (die Karachi-Bagram-Route) und die"Air Lines of Communication" zu sichern. Tatsächlich schloss Pakistan diese 2011 kurzzeitig, nachdem US-Kriegsflugzeuge zwei Dutzend Soldaten der pakistanischen Armee getötet hatten. Pakistan könnte es wieder tun, wenn Washington nicht aufhört, es wie einen feindlichen Staat zu behandeln.

Trump und seine Männer verstehen einfach nicht, dass Pakistan vorrangige nationale Sicherheitsinteressen im benachbarten Afghanistan hat. Dreißig Millionen Pakistanis sind ethnische Paschtunen. Sie dominieren die pakistanischen Streitkräfte. Weitere 1,4 Millionen Paschtunen sind Flüchtlinge im Norden Pakistans. Pakistan mit seiner engen Taille betrachtet Afghanistan als strategisches Hinterland in einem nächsten Krieg mit dem alten Feind Indien.

Das von den USA installierte Regime in Kabul macht Pakistan routinemäßig für seine eklatanten Misserfolge verantwortlich. Sein mächtiger kommunistisch dominierter Geheimdienst verbreitet routinemäßig Unwahrheiten über Pakistan und behauptet, es unterstütze den "Terrorismus".

Tatsächlich befinden sich die kriegerischen Paschtunenstämme entlang der Durand-Linie, der künstlichen Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan, die von den britischen Kolonialisten auferlegt wurde, seit dem 19. Jahrhundert auf dem Kriegspfad. Winston Churchill hat sogar die Verwendung von Giftgas für die "widerspenstigen Stammesleute" genehmigt. Der wunderbar benannte Fakir von Ipi drohte immer wieder damit, von den Hindukusch-Bergen herunter zu reiten und die britische Garnison in Peshwar auszuräuchern.

Heute hört man in Pentagon-Kreisen Drohungen, dass die USA damit beginnen könnten, "Taliban-Schutzgebiete" (eigentlich Dörfer, in denen diese paschtunischen Einheimischen leben) zu bombardieren und dann mobile US-Luftwaffensoldaten zu schicken, um sie anzugreifen. Das würde den längsten Krieg der US-Geschichte noch weiter verlängern. Washington kann einfach nicht akzeptieren, dass seine Militärmaschinerie in Afghanistan, wohlbekannt als Friedhof der Imperien, besiegt wurde.

Es ist auch klar, dass die USA ihren Ehrgeiz, Pakistans Atomwaffenarsenal zu neutralisieren oder zu zerstören, nicht aufgegeben haben. Ein Angriff auf so genannte terroristische Enklaven im Norden Pakistans würde eine perfekte Deckung für einen großen Angriff auf Pakistans Nuklearkomplexe und verstreute Lagerstätten bieten. Indien und Israel drängen die USA schon seit langem, die pakistanische nukleare Infrastruktur anzugreifen.

Jegliche größeren Schritte der USA gegen Pakistan dürften das Land näher an Peking heranführen und den chinesischen Einfluss in der Region vergrößern. Es ist unwahrscheinlich, dass China zulässt, dass der alte Verbündete Pakistan von der US-Macht auseinandergerissen wird. Im Gegensatz zu den USA erinnert sich China an seine alten Freunde.

erschienen am 13. Januar 2018 auf > www.ericmargolis.com

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